Stillen in der Babytrage - So geht's in 3 Schritten

- Kategorie : Buzzidil , BuzziTai , Familienleben , Tragetipps , Wrapidil
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Bevor ich Kinder bekommen habe, hätte ich mir nie träumen lassen, in welchen Situationen ich jemals meine Brust "auspacken" würde. Nach fast 10 Stilljahren mit meinen vier Jungs, gab es dann kaum mehr Situationen, in denen ich NICHT gestillt hätte. Auch öffentliches Stillen ist für mich in dieser Zeit zur Normalität geworden und ich bin heute ein großer Verfechter, diese natürliche Nahrungsaufnahme von Babys zu enttabuisieren. 

Natürlich gibt es Kritiker, die sich sehr über entblößte Brüste echauffieren können. In meinen 10 Stilljahren ist mir aber kaum jemand unter gekommen, der wirklich ein Problem damit hatte, wenn ich mein Baby gestillt habe. Und ich habe viel und oft gestillt: zu Hause, wenn Freunde da waren genauso wie allein, in Umkleidekabinen von Geschäften, in Cafés und Restaurants, im Autobus, in der U-Bahn... Ja, Babys lassen manchmal kein perfektes Timing zu und lieber ein zufrieden stillendes Kind im Bus als ein von Minute zu Minute aufgeregter brüllendes. Ein Mal hat ausgerechnet während des Stillens zu Hause der Postbote mit einem Paket angeläutet. Und ja... ich habe geöffnet, unterschrieben und das Paket entgegen genommen. What else? 

Am Ende sieht man beim Stillen ja auch bloß ein zufrieden trinkendes Baby, das den Rest vom Fest perfekt abdeckt.  Aber natürlich - auch Stillen mit Schal ist völlig ok - ich will da jetzt gar keine Debatte um wieviel öffentlich ist zu öffentlich vom Zaun brechen. 

Stillen in der Tragehilfe

Viele Mamas kennen das: Kaum ist das Baby in der Trage, riecht es die Milch und bekommt Hunger. Das ist ganz natürlich, denn die Nähe fördert auch das Glückshormon Oxytocin, das wiederum die Milchbildung anregt. Stillen in der Trage ist eine wunderbare Möglichkeit mobil zu sein, die Hände frei zu haben und du weißt, dass dein Baby alles bekommt, was es braucht.

Wenn du dein Baby in der Tragehilfe stillen willst, dann ist eines wichtig: Ihr solltet bei Stillen und Tragen ein eingespieltes Team sein. 

So funktioniert das Stillen in einer Trage

In einer Tragehilfe zu stillen ist ganz oft ein wenig eine Frage von Anatomie, Alter des Babys und Technik. 

Mit meinen neugeborenen Babys ist mir das Stillen in der Trage ehrlicher Weise immer mehr recht als schlecht gelungen. Das lag auch daran, dass ich eine eher kleine Brust habe und mein Baby nur schwer richtig positionieren konnte. Mit perfektionierter Stilltechnik, haben meine Babys es dann aber auch beim Tragen geschafft, anzudocken. 

Zur Technik: Wenn Deine Brust nicht ganz so flexibel ist, wie Du es gerade bräuchtest ;-), kannst Du Dein Kind in der Trage vorsichtig absenken und so Richtung Brust verschieben (ein Video dazu gibst gleich ein Stückchen weiter unten). 

1. Schritt: Du lockerst die Schulterträger Deiner Trage. Ein Tipp: Bei Tragen mit Rucksackschließen kannst Du die Schließen hochkippen - dadurch löst Du die Arretierung des Gurtbands und kannst die Träger leichter lockern. 

Wenn Du sehr zart  und klein bist, hast Du möglicher Weise eine Schulterträger-Verkürzung angezogen beim Tragen. Diese Verkürzungsschnallen lassen sich zum Stillen besonders bequem öffnen. 

(Ein Tipp: verwende diese Verkürzungen wirklich nur, wenn Du klein bist, denn zum Festziehen  der Schulterträger sind sie grundsätzlich ungeeignet. Ziehst Du über diese Schließen, die oft auch falscher Weise "Stillschnallen" genannt werden, die Trage fest, dann holst Du Dir den Brustgurt damit unangenehm weit hinauf in den Nacken. )

2. Schritt: Danach lockerst Du auch ein wenig den Hüftgurt - das geht ebenfalls durch Hochkippen der Schließe. Aber Achtung: NICHT ÖFFNEN! 

3. Schritt: Mit dem gelockerten Hüftgurt kannst Du Dein Baby samt Trage absenken in Richtung Brust. 

Ein schon etwas geübtes Stillbaby wird dann recht flott andocken, und Du kannst so bequem stillen - on the go. Sicherheitshalber, lege den Arm um Dein stillendes Baby. 

Ist Dein Baby fertig, schiebst Du den Hüftgurt wieder hoch, ziehst ihn fest und ziehst danach auch die Schulterträger wieder fest. Und schon seid Ihr wieder bequem weiter unterwegs. 

Richtig Stillen will gelernt sein

Bei Fragen zum Stillen, könnt Ihr Euch auch jederzeit an die LaLecheLiga wenden. Auch Online- und Telefon-Beratungen werden da jetzt angeboten. 

Stillen ist naturgegeben. Aber es braucht dafür einige Unterstützung beim Erlernen der Technik. Hebammen und Stillberaterinnen leisten da einen ganz wichtigen Beitrag. Denn klappt das Stillen erstmal gut, dann ist es nicht nur die natürlichste und hochwertigste sondern auch die bequemste Art, ein kleines Baby zu nähren.

Ganz generell finden wir auch dieses Video zum Stillen toll, weil es über so viele Details informiert und auch zeigt, wie richtig angelegt wird: 

Und was tun bei einem "Stillstreik"?

Stillstreik und Brustverweigerung  sind Phasen, die im ersten Lebensjahr vorkommen können, vor allem zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat. Während dein Baby in den ersten Wochen beim Stillen entspannt eingeschlafen ist, dockt es jetzt plötzlich an und wieder ab, weint dabei und regt sich so auf, dass es ganz außer sich ist. Viele Mamas fühlen sich dadurch verunsichert und deuten es als ein Zeichen, dass das Baby nicht mehr stillen möchte. Doch das stimmt nicht. Diese Phase ist ganz normal, weil das Gehirn deines Babys ein neues Entwicklungsstadium erreicht. 

Babys nehmen von ihrer Umgebung mehr wahr und werden beim Stillen abgelenkt. Gleichzeitig sind sie hungrig. Dadurch sind sie an der Brust unruhiger. Auch bei meinen Kindern habe ich diese Erfahrung gemacht und die Lösung hieß bei 3 von 4 Kindern: Stillen in Bewegung! Durch die schaukelnden Bewegungen kamen meine Kinder in dieser kurzen Phase besser zur Ruhe. Welche Lösung sich findet, kann aber auch sehr individuell sein - mein drittes Söhnchen konnte sich etwa gut beruhigen, wenn ich ihm vorgesungen habe. Wahrlich kein Konzert um 3 Uhr morgens mit kratziger Nachtstimme, aber ihn hat es beruhigt. 

Die gute Nachricht ist - diese Phasen dauern meist nur kurz und danach ist das Stillen so problemlos wie zuvor. 

Druck rausnehmen

Wichtig ist mir schließlich, hier am Ende aber den Druck rauszunehmen: 

Wir wissen natürlich, dass das Stillen nicht immer perfekt klappt. Darum: Lasst Euch beraten und helfen - es ist auch hier noch kein Meister vom Himmel gefallen. 

Und sollte es gar nicht klappen, dann lasst Euch bitte kein schlechtes Gewissen machen - es gibt 100 Wege zu einer gelungenen Eltern-Kind-Beziehung und eine glückliche Kindheit ist nicht zwingend mit Langzeitstillen verbunden. 

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