Gastartikel: Worauf es bei einer guten Babytrage ankommt

- Kategorie : Buzzidil , BuzziTai , Preschooler , Tragetipps , Wrapidil
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Heutzutage gibt es viele verschiedene Tragehilfen auf dem Markt. Da ist es für Eltern gar nicht so einfach den Überblick zu behalten. Oft fragen mich Eltern, worauf sie denn beim Kauf achten sollen.


Neben der individuellen Passform einer Tragehilfe, gibt es ein paar allgemeine Kriterien, die Tragehilfen erfüllen sollten, um ein ergonomisches Tragen für Eltern und Baby zu ermöglichen. Davon möchte ich dir im Folgenden berichten.


Verstellbare Stegbreite
Wenn Babys geboren werden, ist die Hüfte noch nicht ausgereift, sondern erst an zwei Punkten verknöchert. Das Nachreifen der Hüfte, also das Verknöchern der noch weichen, knorpeligen Strukturen, erfolgt durch einen gleichmäßigen Druck auf das Gelenk. Damit dies möglich ist, sollte dein Baby beim Tragen die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung einnehmen.
Der Popo deines Babys ist dabei tiefer als seine Knie und die Beinchen schmiegen sich beim Tragen an dich an, sind also abgespreizt.
Damit diese Position beim Tragen möglich ist, muss der Stoff knapp vor der Kniekehle enden. Oft liest oder hörst du daher, dass der Stoff von Kniekehle zu Kniekehle gehen soll.
Dein Baby hat nun allerdings nicht immer die gleiche Größe, sondern wächst. Also muss auch die Breite zwischen den Kniekehlen mitwachsen, dies nennt man Stegbreite. Die Stegbreite muss also anpassbar, verstellbar sein.


Leichte Rückenrundung
Die Form der Wirbelsäule von neugeborenen Babys ist noch etwas anders als bei einem Erwachsenen. Die Wirbelsäule ist noch gerundet und richtet sich erst mit zunehmender Mobilität auf. Dies wäre sogar sichtbar, wenn Babys geröntgt werden würden, wenn sie bestimmte Entwicklungsschritte erreicht haben.
Wichtig ist daher, dass diese natürliche Rückenrundung zugelassen wird, dass beim Tragen nicht zu viel Druck auf den Rücken ausgeübt wird.
Wenn dein Baby wach ist, wird es wahrscheinlich auch schon das Halten des Köpfchens und die Stabilität des Rumpfes üben, sodass im wachen Zustand bei Babys selten eine Rückenrundung erkennbar ist. Wichtig ist, dass diese grundsätzlich möglich ist.
Der Stoff sollte daher in der Diagonale etwas nachgeben können, was immer möglich ist, solange kein festes Brett im Rückenteil unter dem Stoff liegt. Außerdem sollte bei Tragehilfen, deren Schnallen am Rückenteil befestigt sind, individuell geschaut werden, wie viel Zug dabei auf den Rücken entsteht.


Gute Unterstützung rundum
Neugeborene Babys, aber auch schlafende Kleinkinder, können ihren Kopf und Rumpf noch nicht selbstständig über lange Zeit halten. Gerade im Schlaf lässt bei uns allen die Muskelspannung nach. Damit der Kopf oder der gesamte Körper nun nicht in sich zusammensacken muss eine ausreichende Stützung gewährleistet sein.
Der Nackenbereich muss fest genug sein, damit der Kopf gehalten wird und nicht nach hinten hin weg kippt. Auch seitlich muss die Tragehilfe eine ausreichende Stützung gewährleisten.


Blickrichtung zum Tragenden
Die Blickrichtung beim Tragen zu dir als Mama oder Papa hat verschiedene Hintergründe. Zum einen geht es schlicht und einfach um die physiologische Entwicklung der Hüfte und der Wirbelsäule, welche ich weiter oben bereits beschrieben habe. Dies ist beim Tragen mit dem Gesicht nach vorne nur schwer möglich.
Außerdem kannst du dein Baby, wenn es zu dir gerichtet getragen wird, viel besser beobachten und auf seine Mimik achten. Dadurch merkst du schneller, wenn es müde oder hungrig ist.
Dein Baby hat dabei zusätzlich die Möglichkeit sich an dich anzukuscheln und sich zurückzuziehen. Es hört deinen Herzschlag und kann besser zur Ruhe kommen. Dennoch kann es seitlich deutlich mehr sehen als dies beispielsweise bei einem Kinderwagen der Fall wäre.
Wenn dein Baby mehr sehen möchte, kannst du es übrigens ganz bequem auf dem Rücken oder auch auf der Hüfte tragen. Beides ermöglicht eine natürliche physiologische Haltung und dein Baby sieht trotzdem deutlich mehr. Es schont den Beckenboden und du hast noch mehr Armfreiheit vorne.


Bequem für den Tragenden
Ein ganz wichtiger Punkt, welcher oft nicht beachtet wird: Es muss natürlich bequem für dich sein beim Tragen. Wenn du Nacken- oder Rückenschmerzen vom Tragen bekommst, hast du ganz schnell keine Lust mehr darauf.
Solche Schmerzen können verschiedene Ursachen haben. Es könnte beispielsweise daran liegen, dass die Tragehilfe nicht richtig eingestellt ist. Ein anderer Grund hierfür könnte sein, dass es nicht die richtige Trage oder das richtige Tragesystem für dich ist. Hier gibt es heutzutage glücklicherweise eine große Auswahl. Auch wenn dies manchmal echt verwirrend sein kann, so findet doch jeder etwas Passendes.


Gute Qualität der Materialien und der Verarbeitung
In Bezug auf alle Produkte die wir nutzen und bei Babyprodukten noch einmal im Besonderen, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Materialien eine gute Qualität aufweisen. Sie sollten schadstofffrei sein und Farbstoffe sollten sich nicht mit Speichel lösen.
Außerdem sollte die Verarbeitung ebenso qualitativ hochwertig sein. Nähte müssen stabil sein, Schnallen dürfen sich nicht lösen beim Tragen. Allgemein sollte die Sicherheit beim Tragen selbstverständlich gewährleistet sein.
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Diesen Gastartikel hat Natalie Clauss geschrieben. Natalie berät Familien seit 2015 zum Tragen im norddeutschen Oldenburg. Außerdem hat sie viele weitere Angebote im Bereich der Familienbegleitung beispielsweise zum Stillen oder Wickeln mit Stoffwindeln.
Ebenso bietet sie verschiedene Onlinekurse zu diesen Themen an. Weiter macht sie Coachings für Frauen und Mamas.
Weitere Informationen zu Natalie und ihren Angebote findest du auf den nachfolgenden Seiten:
•    https://natalieclauss.de (Informationen zu Natalie & Angeboten)
•    https://natalieclauss.de/online-kurse (Online-Kurse)
•    https://coaching.natalieclauss.de (Coaching)

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