Anhock-Spreiz-Haltung: Warum sie für dein Baby so wichtig ist

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Die Anhock-Spreiz-Haltung (ASH), auch M-Haltung genannt, unterstützt die gesunde Entwicklung der Wirbelsäule und der Hüften. Sie ist die orthopädisch korrekte Haltung für dein Tragebaby – die gesamte Tragezeit über.

Orthopädische Effekte beim Babytragen

Alle Neugeborene ziehen automatisch ihre Beine an, wenn sie hochgehoben werden. Diese typische reflexartige Verhaltensweise ist für Menschenbabys charakteristisch – alle Zeichen stehen also auf Tragen. Automatisch zieht dein Baby die Beine an und spreizt sie leicht ab, wenn du dein Baby anhebst. Dabei wird dir vielleicht auffallen, dass die Unterschenkelknochen leicht gebogen sind, ebenso sind die Füße einander zugewandt, der Rücken ist gerundet und dein Baby hat einen Klammerreflex - all diese Reflexe sind angeboren und für Traglinge typisch. Es hockt die Beine ganz automatisch an, um auf deiner Hüfte, vor dem Bauch oder auf dem Rücken getragen zu werden.

Die komplette Anatomie eines Babys ist auf das Tragen abgestimmt. Das war schon immer so und bis heute sind Babys Traglinge.

Warum ist die Anhock-Spreiz-Haltung wichtig?

Die Hüfte ist bei der Geburt noch unfertig und daher formbar. Das Skelett ist noch nicht komplett verknöchert etwa die Hüftpfane und der Oberschenkelkopf sind knorpelig. Das ist aber nicht schlimm, denn durch das Tragen und die Anhockung drücken die Köpfe der Oberschenkelknochen ins Zentrum der Hüftpfannen und die Verknöcherung kann ohne Verformungen erfolgen. Die Bewegung beim Tragen fördert zudem die Durchblutung von Knochen, Gelenken und Muskeln und unterstützt eine bessere Verknöcherung.

In anderen Stellungen hingegen, etwa wenn die Beine hinunterhängen oder wenn es zu einer Überspreizung durch einen zu breiten Steg kommt, können Deformationen die Folge sein. Deswegen ist eine korrekte Anhock-Spreiz-Haltung wichtig.

Wird die Hüfte die meiste Zeit in der richtigen Form getragen, funktioniert auch die Verknöcherung gut und vor allem schneller. Ist die Hüfte aber in der falschen Lage, entsteht eine Deformation.

Wie sieht die korrekte Anhock-Spreiz-Haltung beim Babytragen aus?

Charakteristisch ist, dass sich die Hüftgelenke nach vorne orientieren, die Beine angehockt sind , die Knie auf Nabelhöhe und die Oberschenkel im etwa 90-Grad-Winkel abgespreizt sind. Das ist auch die korrekte Trageposition in jeder Babytrage oder im Tragetuch. Wenn du da unsicher bist, lass dir von einer Trageberaterin  helfen.

Nicht umsonst heißt die Anhock-Spreiz-Haltung auf M-Haltung: Stell dich mit deinem Baby in der Trage vor den Spiegel: Wenn Beine und Po ein M formen, sitzt dein Baby gut in der Trage.

Besonders für die Entwicklung der Wirbelsäule ist diese Haltung ein wichtiger Faktor, denn der Rücken wird während des Tragens entlastet und die gerundete Form der Wirbelsäule wird unterstützt. So entwickeln sich die noch schwachen Muskeln, die Bandscheiben werden ausgeprägt und die Wirbelsäule wächst aus ihrer C-Form in die Doppel-S-Form. Erst wenn dein Kind selbständig läuft, ist diese Entwicklung abgeschlossen.

Ab wann kann ich in der Anhock-Spreiz-Haltung tragen?

Mit der Anhock-Spreiz-Haltung kannst du dein Baby direkt ab der Geburt tragen – egal ob vor dem Bauch, am Rücken oder auf der Hüfte. Sie ist die korrekte Trageweise in jeder Position. Allerdings müssen wir auch sagen, dass sie nur dann eingenommen werden kann, wenn du dein Baby Bauch an Bauch trägst, beim Tragen auf der Hüfte oder beim Rückentragen.

Wenn du dein Baby mit dem Blick nach vorne trägst, ist eine korrekte ASH nicht möglich und es kommt leichter zu einer Überspreizung. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum wir von dieser Trageweise abraten. Mehr dazu in unserem Blogartikel zum Thema "Face forward".

Ein paar Grundregeln fürs Babytragen:

  • Der Steg soll bei kleinen Babys von Kniekehle zu Kniekehle reichen
  • Die Knie sollen auf Höhe des Bauchnabels sein
  • Der Bauch des Babys ist deinem Körper zugewandt
  • Die passende Trage unterstützt den Rücken wie in einer Bandage
  • Schulterträger-Befestigungen am Hüftgurt vermeiden bei kleinen Babys bis 6 Monate punktuellen Zug
  • Stützt Nacken und Kopf eines schlafenden Babys
  • Achte auf Luftzirkulation rund um Babys Näschen

Mein Baby mag die Anhock-Spreiz-Haltung nicht

Immer wieder treffen wir in unserer täglichen Arbeit auf Eltern, die sagen, ihr Baby mag die Anhock-Spreiz-Haltung nicht und weint deswegen in der Trage.

Es gibt viele Gründe, warum Babys in der Trage weinen – sofern es keine physiologischen Gründe gibt, ist wohl die Anhock-Spreiz-Haltung nicht der Grund für das Weinen in der Trage. Es ist die natürliche Haltung, die dein Baby auch dann einnimmt, wenn du es einfach nur am Arm trägst.

Wenn du die Anhock-Spreiz-Haltung in der Trage nicht hinbekommst, dann schau dir unsere Videos zur richtigen Verwendung des Buzzidil an oder kontaktiere eine Trageberaterin, die dir bei den Einstellungen hilft.

Keinesfalls solltest du die Beine deines Babys in einer Tragehilfe oder einem Tragetuch einfach gerade hinunterhängen lassen, weil das Baby dann mit seinem ganzen Gewicht auf einem zu schmalen Steg sitzt – und das meist mit den Genitalien. Der Hüftkopf kommt bei dieser Art des Tragens nicht optimal in der Hüftpfanne zu liegen und es kann bei der Verknöcherung zu Deformationen kommen.

Mein Baby nimmt die Anhock-Spreiz-Haltung nicht von selbst ein

Wenn du bemerkt, dass dein Baby beim Hochheben die Anhock-Spreiz-Haltung nicht von selbst einnimmt, dann sind möglicherweise Verspannungen ein Grund. In solch einem Fall würden wir dir empfehlen, Kontakt mit deinem Kinderarzt oder einem Osteopathen aufzunehmen und mögliche Ursachen abklären zu lassen. Wenn dein Kind Verspannungen im Körper hat, dann kann ihm das Tragen tatsächlich unangenehm sein.

Unser Tipp für kleine Babys – immer die JETZT passende Tragehilfe

Beim aufrechten Tragen ist es für dein Baby neben der M-Haltung auch wichtig, dass sein Rücken gut unterstützt wird. Damit ist jetzt nicht gemeint, dass eine Trage eine Polsterung im Rücken haben sollte, sondern dass das Rückenpaneel so geschnitten ist, dass der Rücken kleiner Babys darin gut eingepackt wird, ohne viele Falten und zu viel Spielraum. Damit ist sichergestellt, dass das Baby nicht in der Trage zu stark einsackt.

Darum: Wähle für dein kleines Baby JETZT die passende Tragehilfe. Das unterstützt eine gute Rückenentwicklung und ist gut für Babys Atmung und beugt einer Überspreizung vor.

Wenn später einmal ein paar Zentimeter in der Stegbreite für die Beinchen fehlen, ist das kein Problem. Solange der Popo tiefer ist als die Knie, passt die Tragehilfe noch.

Anhock-Spreiz-Haltung und Rücken - so hängen sie zusammen

Babys, die noch einen gerundeten Rücken haben, nehmen die Anhock-Spreiz-Haltung automatisch ein, weil das Steißbein nach unten vorne rutscht, dadurch steigt das vordere Becken eher aufwärts und nimmt die Beine mit. Für deinen Tragling ist dieses Zusammenspiel optimal, denn so kann es sich besser an dir halten und lehnt sich an dich an.

Das bedeutet jetzt?


Es kann also nur richtig angehockt werden, wenn der Rücken gerundet werden kann und auch umgekehrt.

Wenn dein Kind beim Tragen aber eher flachgedrückt wird, weil es z.B. falsch eingebunden wird oder die Tragehilfe nicht passt, dann entsteht im Extremfall ein Hohlkreuz. Eine Anhockung ist dann nicht möglich.

Apropos Zug am Rücken:

Um Zug am Rücken zu vermeiden, haben wir uns bei Buzzidil etwas überlegt. Beim Buzzidil kann man bei kleinen Babys die Schulterträger mit dem Hüftgurt verbinden. Damit vermeidest du punktuellen Zug oder Druck auf Babys Rücken.

Ist dein Baby größer und zeigt eine fortgeschrittene Rückenentwicklung durch Robben oder Krabbeln, schließt du die Schulterträger mit dem Rückenpaneel. Für dich wird damit das Tragen wiederum rückenschonender, weil mit dieser Befestigung viel Gewicht von deinen Schultern auf den Hüftgurt abgeleitet wird.

Tragen soll schließlich gut sein fürs Baby UND für die Eltern.

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