Wenn dein Baby zahnt: 11 Tipps

- Kategorie : Familienleben , Tragetipps
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Unruhe, schlechter Schlaf, sabbern, ganz viel Bedarf nach noch mehr Kuscheleinheiten – der erste Zahn ist für Babys und Eltern ein großes Ereignis, aber auch eine Belastungsprobe. Wir haben für dich 11 Tipps, was beim Zahnen hilft.

 

Die Milchzähne deines Kindes sind bereits vor der Geburt im Kieferknochen angelegt. Wenn sie sich dann den Weg nach oben bahnen und durchbrechen, kann das für dein Baby unangenehm sein. Mit etwa 6 Monaten geht es los: Meist brechen zuerst die unteren Schneidezähne durch, dann jene im Oberkiefer. Die Backenzähne sind als letztes dran. Um den dritten Geburtstag herum ist das Milchgebiss mit 20 Zähnen bei den meisten Kindern dann endlich vollständig. Bis dahin kann es aber immer wieder zu schmerzhaften Phasen kommen.

Keine Sorge: Wie bei allem, läuft auch der Zahndurchbruch bei jedem Kind individuell ab. Sollte dein Baby als früher oder später dran sein, don’t worry! Mein ältester Sohn hat erst mit 12 Monaten seinen ersten Zahn bekommen.

So macht sich das Zahnen bei Babys bemerkbar

Das Eltern-Mantra „es ist nur eine Phase“ trifft auch beim Zahnen zu: Während ein Baby beim Zahnen kaum aus der Bahn gerät, zeigen andere Babys ihren Schmerz deutlicher. An folgenden Anzeichen kannst du erkennen, ob dein Baby zahnt:

  • Dein Baby ist weinerlicher, schläft unruhiger und wirkt unzufriedener. Warum? Ganz einfach: Weil der Zahndurchbruch schmerzhaft ist.
  • Die Wangen sind leicht gerötet – das lässt sich auf die stärkere Durchblutung zurückführen.
  • Das Zahnfleisch ist geschwollen und gerötet.
  • Dein Baby fordert mehr Kuscheleinheiten mit Mama und Papa, sucht mehr körperliche Nähe und lässt sich ungern ablegen. Am wohlsten fühlt es sich nahe an dir. Kuscheln tröstet einfach.
  • Es beißt auf allem herum, was ihm in die Finger kommt – auch an der eigenen Faust. Das Kauen wirkt wie eine Kiefermassage und beruhigt die schmerzenden Stellen im Mund.
  • Dein Baby zieht öfter an seinen Ohren oder reibt daran (Achtung bei Babys, die bereits Ohrringe haben!)
  • T-Shirts sind ständig durchnässt, weil dein Baby viel mehr sabbert und einen stärkeren Speichelfluss hat.
  • Dein Baby hat ein größeres Nuckelbedürfnis, verlangt öfter die Brust oder den Schnuller, weil das Saugen eine beruhigende Wirkung hat.

Fieber und Durchfall beim Zahnen?

Viele Eltern berichten, dass ihr Baby in der Zeit des Zahndurchbruchs auch erhöhte Temperatur oder einen übelriechenden Durchfall hat. Die Windel ist häufiger voll, der Inhalt riecht streng und das Baby hat weniger Appetit als sonst. Ist also doch etwas dran, dass Fieber und Durchfall ein Anzeichen fürs Zahnen sind?

Kinderärzte gehen davon aus, dass Babys in dieser Zeit infektanfälliger sind, weil ihr Immunsystem geschwächt ist. Das Zahnen selbst löst aber keine erhöhte Temperatur oder Fieber aus.

Auch Durchfall, der häufig beim Zahnen auftritt, lässt sich eher auf einen Infekt zurückführen als auf das Zahnen. Treten bei deinem Baby Fieber oder Durchfall auf, achte darauf, dass dein Kind genug trinkt. Bei anhaltendem Durchfall oder hohem Fieber raten wir dir, das von einem Arzt abklären zu lassen.

Wenn Babys zahnen – 11 Tipps, die helfen!

  • Kauen beruhigt das gerötete Zahnfleisch und wirkt ähnlich wie eine Massage: Ob ein Beißring aus Holz, eine Veilchenwurzel, ein feuchter Waschlappen oder eine Zahnbürste mit Noppen ist völlig egal. Auch auf harten Lebensmitteln kannst du dein Baby kauen lassen – aber Achtung: Lass es bitte nicht allein, da es sich z.B. an einem Stück Karotte verschlucken könnte!
  • Kühlung verschafft auch Linderung: Du kannst Beißringe aus Kunststoff im Kühlschrank lagern und deinem Baby zum Kauen anbieten. Tipp: Muttermilcheis! Einfach Muttermilch in kleinen Mengen einfrieren und deinem Kind zum Lutschen geben. Am besten nimmst du noch einen Eisstiel aus Holz dazu, ähnlich wie bei Popsicles.
  • Tragen: Die Nähe zu dir entspannt dein Baby und schenkt Trost und Geborgenheit. Nicht umsonst heißt es: Liebe ist die beste Medizin. Gerade in der Zeit des Zahnens, wo auch dein Baby nicht weiß was los ist, braucht es eine Extraportion Liebe und Zuwendung. Eine Tragehilfe erleichtert dir den Alltag – das Gewicht deines Kindes gleichmäßig am Körper verteilt und freie Hände sind in solchen herausfordernden Zeiten von unschätzbarem Wert. So schenkst du deinem Baby die Nähe, die es gerade braucht. Übrigens: Zu viel tragen kannst du gar nicht. Sind die Zähne erst einmal da, möchte dein Baby wie selbstverständlich die Welt wieder auf eigene Faust erkunden.
  • Häufiger Stillen: Weil Saugen schlichtweg einen beruhigenden Effekt hat, verlangen Stillkinder in der Zeit des Zahndurchbruchs häufiger nach der Brust. Das vermehrte Anlegen bedeutet nicht, dass du zu wenig Milch hast, sondern nur, dass sich dein Baby entspannen möchte – und das klappt am besten mit Nuckeln.
  • Mehr Nuckeln: Auch Nicht-Stillkinder suchen nach Beruhigung – biete deinem Baby in dieser Zeit den Schnuller ruhig häufiger an, damit es entspannen kann. Wenn der Zahn dann durchgebrochen ist, kannst du den Schnuller wieder reduzieren. Achtung: Schnuller gerade beim Zahnen immer überprüfen und durchgekaute Schnuller austauschen.
  • Babys lieben Massagen – auch beim Zahnen können sie Abhilfe schaffen. Dazu einfach sanft die Wangen kreisförmig massieren. Möchtest du auch das Zahnfleisch massieren, dann achte auf saubere Hände!
  • Tuina: Bei der Kinder-Tuina sind die Mundwinkel jene Punkte, die sich auf den Speichelfluss auswirken. Massiere diese gleichzeitig etwa 30 Sekunden lang und wiederhole die Anwendung mehrmals am Tag. So kann der Speichelfluss ein wenig reduziert werden.
  • Fußreflexzonen: Die Reflexzonen für die Zähne befinden sich an den Zehenkuppen deines Babys. Auch diese kannst du sanft massieren, etwa auch beim Tragen, und deinem Baby damit etwas Gutes tun.
  • Tees wie Kamillen- oder Salbeitee wirken beruhigend auf das Zahnfleisch. Trage sie mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle auf oder biete sie deinem Baby, wenn es schon Beikost bekommt, zu trinken an. Achtung: Ungesüßt! Wenn du stillst, kannst auch du Kamillentee trinken, den dein Kind dann über die Muttermilch bekommt. Beim Stillen gilt aber: Hände weg von Salbeitee, da dieser abstillend wirkt!
  • Sollte die Haut um den Mund durch den starken Speichelfluss gerötet sein, empfehlen wir eine Creme mit Zink und Calendula, die aufgetragen werden kann.
  • Wenn gar nicht mehr geht gibt es auch eine Reihe schmerzstillender Gels auf pflanzlicher Basis, die eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung haben. Erkundige dich dazu in der Apotheke oder bei deinem Kinderarzt.

 

Wichtig: Mit dem ersten Zahn beginnt auch die regelmäßige Zahnpflege! Zwar fallen die Milchzähne wieder aus, aber ein Kariesbefall wird häufig an die bleibenden Zähne weitergegeben. Babyzahnbürsten und Waschlappen sind für die Reinigung der ersten Zähne ideal.

Mit den ersten Zähnchen startet dein Baby in eine neue Beikost-Phase. Viel Spaß beim Ausprobieren und Knabbern!

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