Eltern, die sich für das Thema Tragen interessieren, stehen vor vielen Möglichkeiten und noch mehr Produkten: Tragetuch, MeiTai, Ring Sling, Wraptai, Tragen mit Schließen oder Tragen zum Binden?  Kein Wunder wenn man sich da fragt: Wie finde ich bloß die Trage, die zu mir passt?

Wir wollen Euch in diesem Blogbeitrag ein paar Basics mitgeben, die Euch bei der Auswahl Eurer Tragehilfe helfen können:

Grundregeln zum Kauf einer Tragehilfe

Beim Kauf einer Babytrage gibt es ein paar Kriterien, die auf jeden Fall erfüllt sein müssen – egal, für welches Modell du dich interessierst.

1. Babytragen sollten immer passend gekauft werden – und nicht auf Vorrat, so nach dem Motto „wächst eh noch hinein“. Unsere Kinder wachsen in viele Dinge hinein, vor allem in Kleidung – die Babytrage sollte aber passen (genauso wie auch ein Autositz), denn nur so kann sie den Anforderungen, die gerade für sehr kleine Babys gelten wirklich gerecht werden. Besonders auch für Babys Atmung ist es wichtig, dass es nicht in einer Tragehilfe versinkt!

2. Aufrecht tragen: Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen sollte ein Baby auf jeden Fall aufrecht getrgen werden, weil diese Position die Entwicklung der noch nicht ganz ausgereiften Babyhüften am besten unterstützt. Zwar wurde früher die liegende Haltung ähnlich einer Wiege auch empfohlen, doch in dieser Position ist das Baby sehr gekrümmt. Das Köpfchen sackt nach vorne – ähnlich wie bei Autoschalen – und die Hüftentwicklung wird nicht gefördert.

3. Mit Gesicht zu dir: Achte beim Kauf einer Tragehilfe darauf, dass dein Baby zu dir schaut. Das Tragen mit dem Gesicht nach vorne hat körperliche und psychologische Nachteile. Deswegen empfehlen wir es auch nicht. Zum Tragen mit dem Gesicht nach vorne haben wir ein Video gemacht um zu zeigen, was dein Kind wirklich sieht – hauptsächlich Bäuche und Po‘s. Gleichzeitig kann das Baby seinen Rücken nicht gut einrunden, die Anhock-Spreizhaltung ist bedingt bis gar nicht möglich. Vor dem Einschlafen sieht das Baby den Boden anstatt Mama oder Papa, und dann baumelt sein Köpfchen haltlos hin und her.

4. Kopfstütze: Bei sehr kleinen Babys ist es wichtig, dass der Kopf gut gestützt ist, vor allem beim Schlafen. Idealerweise soll der Kopf dabei nicht ganz bedeckt sein, Babys Näschen sollte immer frische Luft bekommen. Beim Buzzidil gibt es dafür extra eine Möglichkeit, die Kopfstütze beim Tragen vor dem Bauch nur zur Hälfte hochzuklappen – so wird Babys Köpfchen bis über die Ohren gestützt, aber nicht komplett bedeckt.

5. Rückenstütze: Zusätzlich muss eine Trage besonders bei kleinen Babys den oberen Rücken gut unterstützen. Die Tragehilfe sollte den Rücken des Babys umschließen, damit das Baby beim Schlafen nicht zusammensackt. Punktueller Zug oder Druck auf den Babyrücken, etwa durch Schulterträger, die ins Rückenpaneel münden, sollte bei Babys unter sechs Monaten aber vermieden werden. Kann ein Baby sich erst selbst hinsetzen oder krabbeln, ist die Rückenentwicklung so weit fortgeschritten, dass auch punktueller Zug durch Schulterträger am Rückenpaneel kein Problem mehr darstellt.

6. Anhock-Spreizhaltung: Wenn du dein kleines Baby auf den Rücken legst, dann zieht dein Baby seine Beinchen automatisch an. Die Anhock-Spreizhaltung ist die natürliche Haltung deines Babys und sollte auch beim Tragen unterstützt werden. Wenn die Stegbreite von Kniekehle zu Kniekehle reicht und der Popo unter der Kniehöhe ist, sitzt dein Baby richtig in einer Tragehilfe. Mit dieser Haltung unterstützt du die Hüftentwicklung deines Kindes. Achte bei deiner Trage darauf, dass die Stegbreite individuell eingestellt werden kann und nicht fixiert ist – so kannst du die Trage viel länger verwenden. Bei einer mitwachsenden Babytrage wie dem Buzzidil kannst du die Stegbreite ganz individuell mit dem Wachstum deines Kindes verbreitern! Gerade bei kleinen Babys sollte diese Regel möglichst eingehalten werden, bei größeren Tragekindern können auch mal ein paar Zentimeter in der Stegbreite fehlen.

7. Wann ist es Zeit für eine neue Trage? Die Stegbreite ist dafür nicht so ausschlaggebend. Wenn allerdings die Knie tiefer als der Popo sind, ist es Zeit für eine neue Trage.

Bis jetzt ging es um die absolut wesentlichen Anforderungen, die eine Tragehilfe für das Baby erfüllen MUSS. Natürlich ist es aber auch wichtig, dass die Trage dem Tragenden bequem ist: Die Träger dürfen nicht einschneiden, das Gewicht muss sich gleichmäßig verteilen, du solltest nicht ins Hohlkreuz kommen. Aus diesem Grund sind Tragen, die es ermöglichen vor dem Bauch, aber auch am Rücken zu tragen für Tragende sehr unterstützend. Ein größeres Gewicht eines größeren Tragekindes trägt sich am Rücken einfach viel leichter. Und schließlich sollen ja auch wir Eltern uns beim Tragen wohlfühlen.

Ideal ist es, wenn die Tragehilfe individuell einstellbar ist – nicht nur für das Baby – auch für die Tragenden! Dann wird dir das Tragen auch Spaß machen und du und dein Baby könnt es genießen!  Probiere also verschiedene Tragen bei einer Trageberatung aus, lass dir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Tragen erklären und entscheide dann nach deinem Herzen.

Hier findest Du Trageberaterinnen, die Dich bei der Entscheidung für eine Babytrage beraten können: Trageberater finden

Zum Video: