"Geborgenheit für Babys – Freiheit für Eltern", ist einer der Leitgedanken bei Buzzidil. Der Gedanke kommt nicht von ungefähr. Als Mama eines High Needs Babys (also eines Babys, das besonders viel geweint hat und eigentlich rund um die Uhr Körperkontakt gesucht hat), war das Tragen meines Kindes für mich eine unglaubliche Befreiung. Ein Lebensretter.

Die vielen Vorteile, die das Tragen für Babys hat, haben wir ja zuletzt beschrieben. Tatsache ist aber: Tragen hat genauso viele Vorteile für Eltern!

Kennt Ihr das, wenn das Geschirr sich stapelt, der Alltag laut und lauter ruft und ihr mit einem Baby am Arm versucht, alles gebacken zu bekommen? Ewig einhändig und nichts geht weiter, das Baby lässt sich aber nicht auf die Krabbeldecke oder ins Bettchen legen?

Und dann knackt das Kind die 6-Kilo-Grenze….

Alles in Richtung „Go-Tragen“

Dein Baby glücklich in einer Trage verpackt und beide Hände sind plötzlich frei. Nie wieder anstellen beim U-Bahn-Aufzug, nie wieder stöhnen bei Stiegen ohne Aufzug.

Und das beste: Baby schläft glücklich und lange, und Du kannst Dich mit Deinem Knirps vor dem Bauch auch mal gemütlich hinsetzen. Eine Hängematte ist in solchen Situationen überhaupt der Renner, da könnt Ihr nämlich gemeinsam schaukeln.

Bergtour? Geht.

Reisen? Geht auch.

Gerade, wenn Kinder auch schon ein wenig laufen können, ist eine Babytrage ein gutes Backup. Wer will denn schließlich sein 2-Jähriges hinter sich her zur nächsten Pausenstation schleifen. Oft läuft Kind auch wieder gut weiter, hat es sich erst mal ein wenig in der Trage ausgeruht.

 

Tragen und Geschwisterkinder

Tragen erleichtert auch den Alltag mit mehreren Kindern. Gerade wenn das zweite Kind eingetroffen ist, plagt viele Eltern ein wenig das schlechte Gewissen – kommt mein großes Kind zu kurz. Und wenn ich mit dem großen Kind spiele, ist das kleine dann allein? Bekommt mein kleines Kind weniger Aufmerksamkeit? Wir kennen sie vermutlich alle – diese Schuldgefühle, die einen hie und da  plagen. Gerade wenn man wie ich vier Kinder hat, fragt man sich oft, ob eins zu kurz kommt.

Tragen ist einerseits eine feine Sache, weil man dann ja mit einem großen Kind mobil sein kann, auf dem Spielplatz das große Kind schaukeln - und das kleine Baby ist trotzdem bei dir. Mit dem großen Kind Natur entdecken – und das Baby ist immer mit. Auch wenn ich mich vielleicht gerade nicht aktiv mit beiden Kindern beschäftigen kann – so ist das Kleine in der Trage immer mit dabei, genießt Geborgenheit und Gemütlichkeit und das ältere Kind kann mal mit Mama oder Papa auf Entdeckungstour gehen.

Tragen heilt und stärkt Eltern

Tragen hat nicht nur bei Babys positive kognitive Effekte, es tut auch der Eltern-Seele gut. Eltern, die ihr Baby tragen und dabei erfahren, dass sie ihr Kind so wunderbar beruhigen und in den Schlaf bringen können, sind im Aufwind. Sie machen die Erfahrung, dass sie die Bedürfnisse ihres Kindes befriedigen können und fähige Eltern sind.

Dazu tut die körperliche Nähe zu unseren Babys auch uns selbst gut. Bindung stärkt.

Und schließlich: Wer schon mal sein Baby längere Zeit vor dem Bauch getragen hat, wird feststellen, dass die Rückenmuskulatur sich durch richtiges Tragen verbessert. Umgekehrt hat das Tragen am Rücken positive Effekte für die Bauchmuskulatur. Ein tägliches kleines Work-Out ganz ohne Fitnessprogramm also!

Welche Tragehilfe passt zu mir?

Für jeden Tragenden gibt es die perfekte Tragehilfe. Wir haben versucht eine Übersicht zusammen zu stellen, welche Tragehilfe in welcher Situation am besten funktioniert: Tragehilfen-Wegweiser

Ein paar Grundregeln, die ihr bei der Tragehilfen-Auswahl (egal welcher Marke) beachten solltet, haben wir in unserem kleinen Trage 1×1 für euch zusammengefasst.

Weil es aber nicht immer leicht ist, die individuell „richtige“ Tragehilfe zu finden, ist eine Trageberatung eine gute Investition für jeden, der gerne Tragen möchte.

Wichtig ist: Wähle eine Tragehilfe, die bequem ist. Für dich und dein Kind. Wenn du bequem trägst, dann trägst du deutlich lieber und mehr. Welche Trage zu dir passt ist sehr individuell und du findest es am besten durchs Ausprobieren heraus.

Noch ein Nachsatz:

Nicht alle Eltern können oder wollen tragen – das ist auch in Ordnung. Tragen soll sich gut anfühlen und Spaß machen – wenn du dich dabei unwohl fühlst, dann wird es auch dein Baby merken und sich dabei vermutlich auch nicht wohl fühlen. Tragen ist aber eine simple Möglichkeit, seinem Kind das gewisse Plus mitzugeben.