Familien in Ausnahmesituationen - Tipps für deinen Alltag

- Kategorie : Familienleben , Insights
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Heute wollen wir uns einem ernsten Thema widmen: Die Corona-Krise und Krisen in Familien – beides ist miteinander verwoben. Bei der Pressekonferenz in der ersten Aprilwoche wurde klar, dass alle Maßnahmen noch andauern werden, allen voran die „Schulschließungen“ (und damit implizit wohl auch die Kindergartenschließungen). Noch bis Mitte Mai sind Familien gefordert, Arbeiten, Unterrichten und Kinderbetreuung zu vereinen. Krisen werden dadurch verstärkt.


Nun sind es schon vier Wochen, in denen Kinder ihre Freunde nicht mehr sehen dürfen, Spielplätze geschlossen sind, unsere Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt wurde, der Bewegungsmangel auf Lagerkoller trifft und Schule zu Hause stattfindet. All das müssen Eltern abfangen, während sie mehrmals täglich für die Kinder kochen, arbeiten, Streit schlichten, den Haushalt haben, trösten, ein Taschentuch reichen, die Schnittwunde verarzten, ein Buch vorlesen, in den Schlaf begleiten, durchschnaufen. Eine brisante Mischung, gerade dann, wenn sich auch noch Existenzängste oder Ängste um Angehörige beimischen. Je länger die Zeit dauert, desto schwieriger wird es.

Was also tun, wenn einem zu Hause alles über den Kopf wächst?


Viele Eltern klagen aktuell über eine völlige Überlastung, sie fühlen sich ausgebrannt, leer und kraftlos. Kein Wunder, die letzten Wochen brachten uns oft an emotionale Grenzen. Aber es wird noch ein paar Wochen so sein. Was kannst du also tun, wenn du das Gefühl hast, dass dir alles über den Kopf wächst?

  1. Erwartungen hinterfragen: Es wird nicht nur harmonisch zugehen in den nächsten Wochen. Konflikte gehören in Familien dazu und gerade in einer solchen Ausnahmesituation sind sie noch stärker ausgeprägt. Und je jünger Kinder sind, desto weniger können sie Rücksicht auf die aktuelle Situation nehmen. Hinterfrage aber auch die Erwartungen an dich selbst! Du musst nicht immer positiv bleiben, deine Ängste und Sorgen nicht verstecken und nicht alles weglächeln. Niemand braucht jetzt den emotionalen Supergau.
  2. Auszeit nehmen: Geh in ein anderes Zimmer, atme tief durch. Oder geh eine Runde alleine spazieren, wenn gerade dein/e PartnerIn da ist, um ein Auge auf die Kinder zu haben.
  3. Achte auf dich selbst: Baue eine regelmäßige Meditation in deinen Alltag ein, mach Yoga oder nimm ein Bad, um dich zu entspannen.
  4. Die beste Freundin: Wenn dir alles zu viel wird, dann ruf eine Freundin an und sprich mit ihr darüber, wie du dich fühlst
  5. Wie geht es dir? Schaffe in deiner Familie Austausch darüber, wie sich jeder fühlt, was jeder braucht  - das kann beim gemeinsamen Abendessen sein oder auch einfach zwischendurch
  6. Flexibel sein: Seid im Umgang miteinander nachsichtiger und rücksichtsvoller. Wenn das Baby schlecht geschlafen hat, dann lass den Tag ruhiger angehen. Wenn das Lernen heute nicht klappt, dann mach eine Lernpause. Wenn du gerade unkonzentriert bist, mach eine Pause.
  7. Kuscheln: Es klingt so banal, aber es hilft so viel. Nähe und Körperkontakt sind für unser Wohlbefinden so wichtig. Kuschelt viel miteinander, massiert euch gegenseitig, trag dein Kind nah bei dir, genieße den intensiven Körperkontakt. Das ist die beste Entschleunigung und der einfachste Stressabbau. Je mehr du dir selbst Gutes tust, desto besser kannst du auch für deine Kinder da sein.

Tipps, um auch noch die kommenden Wochen gut zu schaffen


Jede Familie ist anders. Deswegen kann es auch keine Anleitung geben, wie du gut durch die nächsten Wochen kommst. Stattdessen schau darauf, was bisher gut geklappt hat und überlege, wo noch der Schuh drückt und was in diesen Situationen helfen könnte. Ich kann jetzt nur ein paar Tipps aus meinem Alltag mit meiner Familie geben – und vielleicht kannst du dir da etwas für dich mitnehmen:

  1. Tagesstruktur: Die ersten Tage der liefen eher noch im Ferienmodus ab, doch dann kam das Bedürfnis nach Ablauf, nach Alltag nach Struktur. Ein strukturierter Alltag ist für Kinder wichtig – es soll Zeiten für die Schule und zum Spielen geben, Zeiten zum Essen und zum Kuscheln. Eine Struktur hilft dabei, den Alltag am Laufen zu halten. Auch wir starten gemütlicher und später in den Tag, aber dann gibt es Zeiten, an denen sich jeder orientieren kann.
  2. Gemeinsame Aktivitäten: Auch wenn alle zu Hause sind, können gemeinsame Aktivitäten eine Entlastung bieten und Vorfreude aufkommen lassen. Ob es nur das gemeinsame Mittagessen ist, der Spielenachmittag oder ein Filmabend.
  3. Auszeiten nehmen: Jeder braucht auch einmal Zeit für sich und sollte auch die Möglichkeit haben, sich diese zu nehmen. Ideen dafür sind ein Spaziergang alleine, ein entspannendes Bad oder eine halbe Stunde ein Buch alleine lesen.
  4. Kontakte pflegen: Wir erleben jetzt ein „bodydistancing“ aber kein „socialdistancing“. Einfach einen Brief schreiben, anrufen, ein Video-Telefonat – es gibt so viele Möglichkeiten, sich auch ohne persönliche Begegnung nah zu sein.

An wen du dich wenden kannst, wenn du professionelle Hilfe brauchst:
möwe Kinderschutzzentrums 01 5321515
Rat auf Draht 147
Frauennotruf 01 71 71

Always look on the bright side of life – das ist nicht nur ein Monty-Python-Song, sondern vielleicht auch ein passendes Credo für die Corona-Krise. Machen wir das Beste aus der Situation.

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