Buzzidil – Die Corona-Krise „abwettern“ – wie wir im Unternehmen reagieren

- Kategorie : Insights
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24.3.2020

Die Stellung halten. Das ist es, was viele UnternehmerInnen dieser Tage tun.

Troubleshooten. Lösungen suchen - und finden. Kämpfen. Um Mitarbeiter, um das Unternehmen, um das wirtschaftliche Überleben. Als Arbeitgeber bist Du immer ein wenig im Generalverdacht, dass Du es Dir richten kannst. Dieser Tage geht es aber viel mehr darum, es für alle im Unternehmen zu richten.

Mit vielen Fragen, vielen Unsicherheiten. In einer Situation die nie zuvor da gewesen ist. Von Anfang an war ich davon überzeugt, dass das nicht nur bis Mitte April dauern wird. Das wird eine langfristige Challenge. Nach einer Woche schlafloser Nächte habe ich jetzt so einige Weichen versucht zu stellen. Damit es weitergehen kann. Heute bin ich wieder allein im Büro.

Allein im Büro ist überhaupt das Büro dieser Tage. Einsam, ganz anders als je zuvor. Das ist eine Umstellung. Das Problem, dass ich mich frage, was ich zu Hause tun könnte, hab ich nicht. Ich habe den Luxus nicht zu wissen, was zuerst ich tun sollte. Mit meinen 4 Jungs, 3 davon im Homeschooling. Mit meinen privaten Notwendigkeiten (Stichwort Oma). Damit, das Unternehmen am Laufen zu halten. Manchmal mit ein wenig "business as usual", wobei nichts so ist wie es war. Ich kämpfe. Täglich. 

20.3.2020

Die Post hat jetzt eine Information geschickt, dass ab sofort keine Pakete mehr nach Italien, Spanien, Griechenland, Kanada und in viele andere Destinationen übernommen werden. Bei GLS sind einzelne Postleitzahlen gesperrt. Informationen, die wir vor jedem Versand checken müssen. 

Wir fahren jetzt eigentlich nur mehr mit dem Fahrrad oder dem Auto zum Büro. Es ist unglaublich, wie sich innerhalb von wenigen Tagen das öffentliche Leben verändert hat. 

Im Haus haben wir einige Stockwerke weiter oben eine Studenten-WG. Die gehen jetzt zum gemeinsamen Yoga hinunter in den Hof. Letzte Woche war da noch ein ständiges Hin und Her von Paketdiensten, die die Firmen in unserem großteils gewerblich genutzten Gebäude angesteuert haben. 

Unsere Leih-/Test-Tragen drehen gerade ihre Runden in der Waschmaschine, diesmal auch mit Lysoform Hygienespüler. Tatsächlich soll der Corona-Virus aber schon einen Waschgang bei 20° nicht überleben.

19.3.2020

An einem normalen Arbeitstag wären wir hier im Office heute wie jeden Tag zusammengekommen und hätten uns mal ausgetauscht. Über aktuelle Pläne, Ideen für Produkte und Designs, komplexere Kundenanfragen, ... und natürlich auch über Privates - von Schulthemen über Familie bis hin zum nächsten Kleidertauschmarkt. Wir sind ein sehr zusammengewachsenes Team, das sich auch privat wirklich gut versteht. Jourfixes brauchen wir nicht. Wir reden immer miteinander. Die Kaffeemaschine hätte im Hintergrund geblubbert und wir hätten uns über das Pfirsichbäumchen, das gerade am Balkon blüht gefreut. 

Heute bin ich hier allein. Und mein Team fehlt mir. Meine aktuellen Planungen beziehen sich eigentlich hauptsächlich auf das "Danach". Liquidität erhalten, damit wir dann wieder starten können. Im Team haben wir eine Whatsapp-Gruppe gegründet, um uns auszutauschen. Abgemacht ist, dass wir immer allein, maximal und nur wenn nötige zu  zweit (mit VIEL Abstand - mehr als 2 m) hier vor Ort sind. Es ist Homeoffice-Time. 

Ich recherchiere die Kurzarbeitsangebote. Mitarbeiter (be)halten, das ist auch mein vorrangigstes Ziel. Eins mit vielen Unabwägbarkeiten, denn niemand weiß, was noch kommt. Und irgendwo ist da auch immer die Hoffnung, dass Babytragen ja kein unnötiger Schnickschnack sind sondern echte Alltagshelfer. Auch und gerade, wenn man mit Baby zu Hause festsitzt. Also vielleicht dann doch kein Totaleinbruch. Aber auch das ist eigentlich nicht vorhersehbar. 

Wir haben in unserem Office-Kühlschrank zwei Flaschen Champagner liegen. Die werden geleert, wenn wir wieder alle hier sein können. 

17.3.2020

Wir sind up & running - dank Online-Shop, den wir erst kürzlich neu aufgesetzt haben. Wir wissen, dass das Babytragen Eltern, die jetzt gerade mit Baby oder Kleinstkind zu Hause sind, das Leben sehr erleichtern kann. Nicht umsonst sagen wir immer: Buzzidile sind Alltagshelfer und Einschlafkumpels. Darum versuchen wir, alle Bestellungen so schnell als möglich auf den Weg zu bringen. 

Im Team werden wir in den nächsten Tagen möglichst einzeln vor Ort sein. Wir kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad, manchmal mit dem Auto. Aber im Wesentlichen gilt: It's homeoffice time. An der Stelle möchte ich unseren Zustellern/Abholern von Post und GLS danken - sie sind jetzt gerade echte Helden, die ganz viel am Laufen halten. 

Für Euch zu Hause haben wir Indoor Beschäftigungs-Tipps für Eure Kinder gesammelt. Bleibt zu Hause, wenn Ihr könnt! Je mehr wir uns jetzt in sozialen Kontakten beschränken, umso eher können wir weitere Ansteckungen vermeiden.

16.3.2020

Die Kinder verbringen ihren ersten Ferien-Schultag zu Hause. Meine Schulkinder empfinden das schon so, aber gleichzeitig bekommen sie natürlich mit, dass ich rotiere. Homeschooling mit 3 Schulkindern verschiedener Schulstufen macht die Sache nicht leichter: Wir haben hier 4. Klasse Volksschule, 2. Klasse Gymnasium, 4. Klasse Gymnasium. Und der 5-Jährige malt mit Begeisterung Vorschulblätter und macht Schwungübungen. Er ist am leichtesten zu motivieren. 

Währenddessen recherchiere ich die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen von Überbrückungsangeboten, telefoniere ich mit der Bank, der Personalverrechnung, versuche die Wirtschaftskammer zu erreichen, aber das ist ein vergebliches Unterfangen - das versuchen gerade alle Unternehmer dieses Landes. 

14.3.2020

Der letzte Tag, an dem Geschäfte in Österreich offen haben und viele Menschen, die noch schnell einkaufen gehen. Ab Montag haben im Wesentlichen nur Supermärkte und Apotheken geöffnet.

Mich beschäftigt gerade sehr unser Team. Wir sind ein großartiges Team. - So viel Freundschaft. So viel Kreativität. So ein Zusammenhalt. Keine meiner Mitarbeiterinnen möchte ich missen. Fast Tag und Nacht überlege ich, wie wir nun weiter machen. Das Homeoffice ist dabei kein Thema, das kennen wir ja schon gut, das funktioniert. Aber wie wir uns neu organisieren, welche Lösungen wir finden in einem aktuell höchst volatilen System mit vielen Unbekannten, das ist eine Herausforderung. 

Fast stündlich gibt es Neuigkeiten zu Rettungsschirmen und Angeboten - mit vielen Details, manchem Haken und jeder Menge Unklarheiten. Die letzten Tage habe ich versucht, Lösungen für die verschiedenen Lebenssituationen meiner Mitarbeiterinnen zu finden, die gleichzeitig den Fortbestand unseres Unternehmens sichern. 

Die Unvorhersehbarkeit der Situation macht das zu einem nahezu unmöglichen Unterfangen - keiner weiß, wie lange uns die Corona-Krise in Atem halten wird, wann Besserung eintreten wird. Welche Beschränkungen werden noch notwendig werden? Wie geht es danach weiter? Und wann ist danach? Das macht eine Planung eigentlich unmöglich. 

13.3.2020

Die aktuelle Covid-Krise hält die Menschen in aller Welt in Atem. Auch in Österreich sollen Kinder ab Montag nicht mehr zur Schule gehen. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte werden geschlossen. Büroarbeit soll vom Homeoffice aus erledigt werden. 

Covid-Krisenmanagement in unserem Unternehmen

Für uns im Buzzidil-Team ist mit bald über 20 Kindern unter 14 Jahren bei 9 Mitarbeitern das Homeoffice eine bereits bekannte Lösung. Insofern also nicht ganz neu. Auch im Trouble-shooten unter Geschwisterkindern sind wir versiert. 

Die Angst um unsere Omas und Opas, um Kinder mit Asthma, um unsere Familien ist aber doch groß. Und auch die Unsicherheit, die mit den staatlichen Maßnahmen einhergeht, ist neu. Angestellte und ihre Arbeitgeber fragen sich gerade, wie die Entgeltfortzahlung funktionieren wird, wie lange wir diese Maßnahmen finanzieren können, wie es weitergeht?

Keine echte Schulschließung - Finanzierung der Entgeltfortzahlung? 

Echte generelle Schulschließungen gibt es nämlich aktuell nicht - Kinder unter 14 "sollen" zu Hause betreut werden. Und daraus wird gefolgert: "Die Regeln zur Entgeltfortzahlung für Eltern, die zur Kinderbetreuung zu Hause bleiben, werden derzeit nicht neu geregelt. Das ist aus Sicht der Regierung nicht nötig. Denn für Kinder unter 14 Jahren ist das Zuhausebleiben freiwillig." Damit bleibt das Thema der Entgeltfortzahlung im alleinigen Risiko der Arbeitgeber. Ob es staatliche Zuschüsse geben wird oder nicht - das ist bis jetzt unklar.

Ich habe nun den ganzen Tag damit verbracht zu versuchen, klare Informationen von Wirtschaftskammer oder AMS oder auf Ministeriums-Websites zu finden. Abgesehen von vagen Ankündigungen von Zuschüssen gibt es keinerlei Klarheit darüber, was man wo und wie und wann beantragen könnte. Das führt zu einer unerträglichen Unsicherheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Nur im Fall einer Quarantäne sind Ersatzleistungen im Epedemiegesetz vorgesehen.

Und was natürlich die Krise noch schlimmer macht, ist die Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung. Wir alle haben im Kopf die bange Frage: Wann wird es wieder besser werden? 

Betrieb aufrecht erhalten

Hier in unserem Büro werden wir versuchen, den Betrieb so lang als möglich aufrecht zu halten. Das liegt auch daran, dass unser gesamtes Team so sehr hinter dem, was wir tun, steht: Eltern das Leben erleichtern. Mitzuhelfen, Babys einen guten Start ins Leben zu geben. 

Weil mehr denn je gerade jetzt gilt - zufriedene Babys, entspannte Eltern und umgekehrt – versuchen wir, alle Bestellungen so rasch als möglich – am besten taggleich – zu Euch zu schicken. Damit alle Buzzidile schnell bei ihren Familien ankommen. Wir wissen, dass das Babytragen das Einschlafen von Babys erleichtert, freie Hände macht für ein älteres Geschwisterchen und für Alltagsbelange. 

Dank europäischer Babytrage-Produktion – vom Stoff übers Zubehör bis zur fertigen Trage - sind wir bislang auch nicht von Ausfällen in der Lieferkette betroffen. 

Wie geht es Euch?

Gerade muss ich auch sehr viel an unsere Partner in Italien, in Spanien, Deutschland, der Schweiz, in Frankreich ... denken – ich hoffe, es geht Euch allen gut. Ich hoffe für uns alle, dass wir diese Krise meistern, dass wir den Peak bald erreicht haben. 

Natürlich hoffen wir alle, dass wir bald wieder zu dem uns bekannten, wohligen Leben zurück kehren können. Vielleicht mit dem einen oder anderen Learning für die Zukunft, wie wir uns „besser aufstellen“ können. Vielleicht mit der Erkenntnis, dass eine europäische Produktion so einige Vorteile birgt.

Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir diese Herausforderung „abwettern“ können. Ich freue mich, wenn Ihr Euch bei uns meldet. Schreibt uns, postet uns! 

Alles Liebe, 

Eure Bettina

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