Christkind, Nikolaus & Co – Kindliche Magie oder Weihnachtslüge?

- Kategorie : Familienleben
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„Mama, der echte Nikolaus ist schon im Himmel, gell. Und zu uns kommt immer der Papa als Nikolaus oder?“ Ein Satz meines 5-Jährigen neulich am Weg zum Kindergarten.

Ja, genau: Wir leben die „Weihnachtslüge“ – und zwar in allen möglichen Facetten. Bei uns in der Familie kommt das Christkind und der Nikolaus und der Weihnachtsmann. Ja, den gibt’s auch, nämlich als Helfer des Christkinds. Es gibt Engerl, die den Christbaum schmücken helfen und am Ende die Weihnachtsglocke läuten. Bringen tun sie ihn nicht, weil wir ihn immer am Wochenende vor Weihnachten gemeinsam mit den Kindern holen, aber das wär ja auch viel verlangt von so einem kleinen Engerl, wenn es den großen Christbaum anschleppen müsste.

Gleichzeitig erzählen wir unseren Kindern aber natürlich auch die Weihnachtsgeschichte und wir haben auch ein Buch über den echten Nikolaus. Religion und Brauchtum finden in unserer Adventszeit ebenso Platz wie alle erdenklichen magischen Figuren von Engerln in Weihnachtsbackstuben bis hin zu Heinzelmännchen. The more the better.

Als Kind habe ich die Magie der Weihnachtszeit immer besonders geliebt und ich wollte meinen Kindern dieselbe kunterbunte Zauberwelt eröffnen. Und genauso wie bei mir, ist es auch bei meinen Kindern, ein stetes Staunen, ein neugieriges Hinterfragen und schließlich natürlich Stück um Stück ein Entdecken. Oder Entlarven, wenn man es so nennen möchte.

Nikolaus trägt Papas Schuhe!

Das begann, als mein Großer 4 ½ Jahre alt war und plötzlich feststellte, dass der Nikolaus dieselbe Uhr hat wie der Papa. Bei meinem Kleinsten haben die Schuhe den Nikolaus als Papa entlarvt.

Spannend, wie genau Kinder beobachten und spannend, dass sie sich da ganz schnell einen Reim auf diese Sache machen. Bei mir selbst war das ganz ähnlich. Anfang meiner Volksschulzeit habe ich, wenn ich am 23.12. aus der Schule kam, beim Wohnzimmer-Fenster noch heimlich hineingelugt, ob ich nicht doch vielleicht ein Engerl sehen könnte. Konnte ich nicht.

Dennoch blieb bei mir die große Enttäuschung aus, als ich nach und nach feststellte, dass meine Eltern es waren, die da alles so liebevoll vorbereiteten.

Bei meinen Kindern ist das ähnlich: Sie sind naseweis und freuen sich immer ein klein wenig, wenn sie uns schlau erklären, dass ich das Christkind und der Papa der Nikolaus sind. Obwohl sie allesamt etwa im Alter von 4-6 Jahren „wussten“ was Sache ist, haben sie die Magie immer noch ein klein wenig weiter getragen. Wissen, aber trotzdem noch ein wenig glauben. Zwei Welten in einem kleinen Kopf vereint – Realität und Geschichte.

Ist es Lüge?

Ich lese und höre immer wieder von anderen Eltern, dass sie ihre Kinder zu Weihnachten sicher nicht anlügen werden. Ein Mal las ich sogar einen Bericht einer jungen Mama darüber, wie enttäuscht sie war, als sie feststellen musste, dass ihre Eltern sie die ganze Zeit „angelogen“ hatten.

Vielleicht liegt es an meinen eigenen Erfahrungen, meinem eigenen Entdecken – aber ich hätte das eigentlich nie als Lüge bezeichnet sondern eher als Märchen. Ich selbst war nie enttäuscht, als ich wusste, dass nicht das Christkind den Baum schmückt sondern meine Mama. Im Gegenteil. Ich hätte sogar gern noch ein Weilchen länger geglaubt.

Bei meinen Kindern beobachte ich Ähnliches. Obwohl mein 5-Jähriger mit Sicherheit weiß, dass der Papa mit Polster unter der Soutane als Nikolaus verkleidet ist, freut er sich dennoch an dem spielerischen magischen Zugang, dass der Papa jetzt eben der Nikolaus ist.

Ich denke, der entscheidende Unterschied zu einer Lüge ist, dass hier eigentlich auch ehrlich kommuniziert wird, dass das Christkind – eigentlich – Jesus in der Krippe ist und dass es das Christkind insofern schon gibt, als viele Menschen an Jesus in der Krippe fest glauben. Genauso wie wir die Nikolaus-Geschichte genauso mit unseren Kindern lesen und besprechen.

Und schließlich spielt wohl auch eine große Rolle, dass Kindern sehr schnell klar ist, dass hier eine Zauberwelt, ein Märchen, ein Rollenspiel geschaffen wird, mit einem liebevollen Zugang und keine blanke Lüge, um irgendetwas zu ergaunern.

Kinder sind in vieler Hinsicht sehr weise und können das Spiel von Realität und Magie ebenso gut durchschauen wie mitspielen.

Interessanter Weise wird das bei unserem Kindergarten ähnlich gehandhabt: Jedes Jahr haben wir im Kindergarten einen Zivildiener zur Ergänzung des Teams. Dieser Zivildiener verkleidet sich gemeinsam mit den Kindern als Nikolaus. Dabei sprechen sie darüber, was der Nikolaus so anzieht, was ihm noch fehlt und komplettieren so gemeinsam die Verkleidung. Danach verlässt der verkleidete Zivildiener kurz den Raum und kommt „als Nikolaus“ wieder hinein. Für die Kinder ist dieser Bruch zwischen Realität und Magie kein Thema. Markus, der Zivildiener geht hinaus und zurück kommt der Nikolaus. So einfach ist das.

Und jetzt würde uns interessieren: Wie macht Ihr das mit Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann. Schreibt uns doch einfach!

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