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Oder: „Na, Du bist aber verwöhnt!“ Sätze wie diesen bekommen Eltern, die ihr Kleinkind tragen, immer wieder zu hören. Ist es wahr? Verhätscheln wir unsere Kinder, wenn wir sie auch mit zwei Jahren noch immer tragen? Werden sie gehfaul und wollen dann immer getragen werden? Schränken wir gar ihre Entfaltung ein?

Mein Kleinster ist jetzt zweieinhalb und er geht fast immer allein zum Kindergarten. Geht… was sag ich… er rennt! Wirklich, er rennt; meist hat er ein Steckenpferd oder seinen Steckendrachen oder sein Nachziehkrokodil dabei und dann geht’s dahin.

 

Dennoch: Ja wir tragen noch immer. Oft frage ich mich wie Eltern, die Sätze wie den oben sagen, mit ihren Kleinkindern auf längere Ausflüge, Städtereisen oder Wanderungen gehen (oder gegangen sind). Viele Orte sind für Kinderwägen unzugänglich und oft finde ich das Mitschleppen eines Kinderwagens auf Wanderungen wesentlich zäher als meinen Kleinen mal für eine halbe Stunde zwischendurch zu tragen und sonst frei zu sein.

Das Abenteuer kann weitergehen (auch wenn die Füße nicht mehr können)

Und genau darum geht es ja: Ich kenne fast niemanden, der sein zweijähriges Kleinkind durchgehend trägt. Meist sind die Kleinen ja mit Begeisterung selbst unterwegs und am Entdecken. Zugegeben, nicht immer in die „richtige“ Richtung, aber doch. Gerade bei längeren Ausflügen kommt er aber immer. Der Moment, wo das Kind nicht mehr will oder nicht mehr kann. Kleinkinder sind zwischen 30 und 90 Minuten (je nach Alter, Temperament und Spannung) meist gut zu Fuß unterwegs. Danach ist dann erst mal Sense.

Auch eine Pause hilft da oft wenig, denn gerade Pausen werden von unseren Kindern ja selten genutzt, um sich hinzusetzen und auszuruhen sondern dann geht es nochmal in eine Entdeckungsrunde. Und wenn man dann weitergehen will, ist der Missmut groß.

Dann hat man die Wahl: Entweder Kind in den lang mitgeschliffenen Kinderwagen platzieren und Kind und Kinderwagen womöglich noch bergauf schieben oder Kind nachschleifen (keine echte  Option) oder – smart – Trage auspacken, Kind rein und ausruhen lassen. Oft ist schon nach einer kleinen Pause oder einem kurzen Nickerchen die Welt wieder frisch und spannend und kleine Entdecker wieder gut zu Fuß unterwegs.

Werden Tragekinder nie gehen, faul oder verwöhnt? Nein, nein … und nein. Das kann ich nach vier Tragekindern inzwischen mit Sicherheit sagen. Die Bewegungsfreude und den Entdeckungsdrang von Kindern schränkt man dadurch, dass man ihrem Bedürfnis nachkommt, sich zwischendurch mal bei Mama oder Papa auszuruhen, nicht ein.

 

 

4. August 2016

Über die Grenzen

“Man muss Kindern Grenzen setzen.” “Er muss Grenzen lernen.” “Diese Kinder kennen keine Grenzen.”
Sätze, die wir alle schon mal gehört haben. Als Kinder. Als Eltern von Kindern. Aber wie ist das denn eigentlich mit den Grenzen? Ist das etwas Absolutes? Wohl eher nicht. Und um welche Grenzen geht es denn da? Meine? Die, die ich meinen Kindern – mehr oder weniger beliebig – setze (zum Zweck von…)? Um die der Nachbarn oder der grantigen Frau im Bus?
Grenzen-Karte-wide
Mit vier Kindern haben sich meine Grenzen immer wieder ziemlich verschoben. Aber eines habe ich gelernt, und zwar mich immer wieder erneut zu fragen, wo denn MEINE persönlichen Grenzen verlaufen. Denn darum geht es eigentlich beim Grenzen setzen. Es geht nicht darum, dem Kind Grenzen zu setzen, sozusagen als Selbstzweck, damit das Kind auch mal was lernt. Es geht darum, sich zu fragen, wo denn eigentlich die eigenen persönlichen Grenzen verlaufen. Einer Freundin von mir ist es zB wichtig, dass die Kinder nur in ihren Zimmern spielen und nicht im Wohnzimmer. Sie hat diese Grenze und setzt sie auch durch. Mir ist es so ziemlich egal wo die Kinder spielen, solange ich abends keinen Eiertanz über Legosteine aufführen muss.
Elternschaft ist eine Reise in das eigene Ich. Wir lernen uns nie so gut kennen wie als Eltern. Unsere Kinder halten uns nicht nur täglich einen Spiegel vor, sie fordern uns auch auf herauszufinden, wer wir denn sind. Das ist ein Geschenk, das uns unsere Kinder machen. Eine Aufforderung. Eine Herausforderung. Wenn wir sie denn annehmen.
Ein guter Reality-Check ist, immer mal in schwierigen Situationen, in denen man fast schon automatisch re-agiert, mal kurz Luft zu holen, einen kleinen Schritt zurück zu tun und sich zu fragen: Ok, was ist MIR jetzt denn wirklich wichtig? Was will ich? Bauchgefühl ist ja eine schöne Sache, aber oft verwechseln wir Bauchgefühl mit dem was wir von unseren Eltern gelernt haben und dann hören wir uns Sätze sagen, die wir schon als Kind nicht mehr hören konnten und wir tun Dinge, die wir schon als Kind bei unseren Eltern “doof” gefunden haben.
Grenzen sind eine höchst persönliche Angelegenheit und wir sollten sie nicht setzen, weil jemand im Bus sonst den Kopf über uns schüttelt oder weil die Oma meint, dass wir sonst schlechte Eltern sind. Grenzen erfordern etwas Nachdenken über Werte und Wichtigkeiten. Und wenn man das getan hat, dann ist es auch gleich leichter, diese eigenen Grenzen durchzusetzen. Weil man dann wirklich dahinter steht, und das spüren auch die Kinder.

Editing an instructions manual is quite a piece of work. Making good and detailled photos, insert precise descriptions and legal texts from applicable standards. Doing a whole lot of graphics work and finally translations… Thank you at this point to all three persons helping me this time so much!

But how is this going on with the babies taking part in the production process? Well, in the best case – to be honest – they simply fall asleep.

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In the worst case they do not want to proceed. In this case you have to postpone your project.

My little one being 19 months old was doing all kinds of funny things like picking his nose or – well, yes – trying to grab mom’s boobs. Breastfed toddlers 😉 But after all we had fun!

 

Eine gute Trageanleitung ist ein ziemlicher Brocken Arbeit. Gute, detailreiche Fotos. Klare Erklärungen und die in den Normen vorgeschriebenen Hinweise. Schließlich müssen auch noch Übersetzungen gemacht oder organisiert werden und dann muss der Grafiker ran.

Diesmal hat mir eine liebe Freundin und ihr supersüßer kleiner Sohn und mein 19-monatiges Söhnchen geholfen. Danke Euch Dreien!

Wie aber geht es den Kindern, die beim Trageanleitung-Fotografieren mitmachen? Also im besten Fall – ganz ehrlich – da schlafen sie ein.

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Im schlimmsten Fall wollen sie gerade nicht, dann muss man das Projekt Trageanleitung fotografieren schlicht verschieben.

Mein gar nicht mehr so kleines Kleinchen hat sich die Zeit lustig vertrieben. Mit Nase bohren und der Suche nach Mamas Busen. Wir hatten jedenfalls Spaß 😉

 

 

1. April 2016

Buzzidil Versatile

Fits for tiny, fits for tall, fits for big and fits for small. Fits for you all. 

Buzzidil is pioneer for soft structured buckle carriers growing steplessly with babies since 2010. By means of a few adjusments you can adapt Buzzidil babycarriers to your baby’s size. And Buzzidil babycarriers are of course also adaptable for babywearers.

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Our new Buzzidil version, Buzzidil Versatile now also fits perfectly for very small and / or very slender babywearers. By means of the new shoulder belt shortenings the shoulder belts can be adjusted to babywearers of a size of 1.6 m | 5.2 feet and smaller. However, the padding of the shoulder belts remained at the same size as before so that tall babywearers (like the Dad in the right picture below being 1.96 m | 6.43 feet tall) or muscular babywearers still enjoy the comfort hitherto existing.

Also the strap solution on the hipbelt is new and allows to shorten the hipbelt until a length of 60 cm | 23.6 inches only . This works by means of the (femal) hipbelt buckle which you can position on the hipbelt padding.

With the hipbelt it’s the same like with the shoulder belts: The padding remains to be as long as before and therefore Buzzidil Versatile is also comfy for babywearers being not that slender.

0MonkeypackThe new hipbelt of Buzzidil Versatile also offers an additional feature as it allows the fixing of a belt pouch.

Our Monkeypacks are a perfect accessory here. When fixed on the Buzzidil hipbelt you can take your most important necessities with you (like purse, mobile, keys and of course a nappy) without the need of a rucksack or shoulder bags.

Front Carry, Back Carry & Hipseat

10eLast but not least Buzzidil Versatile also offers a new carrying position. It can not just be used as front and back carry but also as hipseat:

Especially for short errands or for inbetween whilst enjoying playground time you can fold your Buzzidil Versatile as a hipseat. So parents can avoid extremely twisting their spine – a back saving hip carrying alternative.

All details about Buzzidil Versatile, its features und the carrying positions it offers you can find in our instructions manual

Here you can buy Buzzidil Versatile babycarriers. Love to wear!

http://buzzidil.com/InstructionBuzzidilVersatile.pdf

 

Das englische Wort versatile bedeutet vielseitig, wendig, wandlungsfähig. Und vielseitig ist auch die neue Buzzidil-Version: Das Buzzidil Versatile.

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Für kleine und große Tragende – für kleine und große Tragebabys

Das Buzzidil ist seit 2010 Vorreiter für mitwachsende Babytragen mit Rucksackschließen und ist mit wenigen Handgriffen stufenlos auf die Größe des Babys einstellbar.

Schon bisher ließ es sich auch für Tragende verschiedener Staturen anpassen. Durch eine neue Schulterträger-Verkürzung können die Schulterträger nun aber auch für ausgesprochen kleine oder sehr zarte Tragende angepasst werden. Auch Trageeltern unter 1,60 m Größe oder mit sehr kleinen Konfektionsgrößen können somit komfortabel mit dem Buzzidil Versatile tragen. Gleichzeitig ist die Polsterung der Schulterträger aber gleich lang geblieben, sodass sie wie schon bisher auch großen Tragenden, wie etwa dem 1,96 m großen Papa im Bild unten rechts, bequem passen.

Neu ist auch die Gurtbandführung am Hüftgurt. Damit kann der Hüftgurt jetzt – bei gleich lang gebliebener Polsterung – auf bis zu 60 cm eng eingestellt werden! Das funktioniert, indem man die Schließe unter dem Sicherheitsgurtband durchführt und auf dem Hüftgurt-Polster platziert. Auch hier gilt also: Passt perfekt für extrem schmale Tragende, passt unverändert bequem auch für alle anderen.

0MonkeypackEin Zusatzfeature bietet der Hüftgurt nun auch insofern, als man auf dem Gurtband Gürteltaschen montieren kann.

Perfekt geeignet ist dafür unsere Monkeypack. Damit kann man die wichtigsten Kleinigkeiten des Alltags (Geldbörse, Handy, Schlüssel und Windel) immer dabei haben.

Bauchtrage, Rückentrage und Hüftsitz

10eWie alle Buzzidil Babycarrier kann auch das Buzzidil Versatile als Bauch- und Rückentrage verwendet werden. Neu ist beim Buzzidil Versatile die Hüftsitz-Variante:

Für kurze Wegstrecken, Spielplatzbesuche oder einfach nur für zwischendurch kann das Buzzidil Versatile zum Hüftsitz zusammengelegt werden. Damit kann die Ausgleichshaltung beim Tragen eines größeren Babys auf der Hüfte vermindert werden – gut für den Rücken des Tragenden.

Alle Details zum Buzzidil Versatile, seinen Features und Tragevarianten findet Ihr in der Trageanleitung.

Kaufen könnt Ihr das Buzzidil Versatile hier. Schnapp Dein Tragekind!

http://buzzidil.com/InstructionBuzzidilVersatile.pdf

 

1. März 2016

Penguin Love

Ich mag Pinguine. Während der Hochzeitsreise besuchten mein Mann und ich die Pinguinkolonien an der Punta Tombo und ich war beeindruckt von diesen Tieren, von ihrer Partnertreue und ihrer Zusammenarbeit bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Mit meinen Kindern führt jeder Zoobesuch an den Pinguinen vorbei. Auch vergangenen September, als wir mit dem Buzzidil bei der Kind + Jugend in Köln ausstellten. Meine zwei kleineren Jungs waren mit dabei  und an einem Nachmittag bin ich mit ihnen in den Kölner Zoo gegangen und natürlich auch wieder zu den Pinguinen.

Abends, als die beiden bei mir dann im Bett geschlafen haben, habe ich so nachgedacht. Nach einem langen Messetag mit anschließendem Kinderausflug wäre es fein, einfach abzuschalten und fernzusehen. Aber Fernsehen war nicht wirklich möglich,
da hätte ich sie geweckt, also begann ich mit diesen billigen Wachsmalern, die sie im Flugzeug bekommen hatten auf der Rückseite irgendeiner Hotelinformation zu zeichnen. Dabei entstand auch die erste Skizze für das Tragetuch „Penguin Love“.

Basis Skizze

 

Zurück aus Köln habe ich das ganze dann überarbeitet, im Computer montiert und schließlich wurde es gewebt. Penguin Love ist eines meiner Herzensdesigns – im wahrsten Sinne des Wortes.

Buzzidil Exclusive Penguin Love Valdés

Penguin Love Patagonia_2.JPGPenguin Love Patagonia_3.JPGWrap it Penguin Love Patagonia.jpg

Inzwischen ist es wirklich kalt geworden. Ein gutes Gefühl, wenn man dann sein Baby in Babytrage oder Tragetuch ganz nah am Körper tragen kann, sich gegenseitig den Bauch wärmt und die Gewissheit hat, dass das Zwergi es auch wirklich warm hat. Wir waren heute so unterwegs:

Tragejacke

Ich genieße meine kleine Bauchheizung

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Baby gut verpackt im Winter

Kleinchen mit Body und Strampler unterm Wollwalk-Anzug (hier von Disana), Schlupfmütze am Kopf (die verrutscht weniger und hält auch gleich den Hals warm) und Lammfellschuhen (in unserem Fall von Hoppediz). Eine Alternative zu Wollwalk sind Fleece-Anzüge.

Ich mit Mütze, Loop-Schal (da hängt dem Baby auch nichts im Gesicht herum) und wir beide unter der Tragejacke (ich hab eine Walkjacke von Mamalila). Damit kann ich sowohl vor dem Bauch als auch am Rücken tragen – den Trageeinsatz muss ich dazu nur einfach umzippen.

Sehr praktisch finde ich beim Tragen Handschuhe, die man umklappen kann.

Da meine Tragejacke eher für gemäßigte Winter gemacht ist, habe ich mir für die richtig eisigen Tage noch zusätzlich eine dünne wattierte Jacke zugelegt, die ich dann unter der Tragejacke anziehen kann.

Klar, nicht jeder will sich gleich eine Tragejacke leisten. Da gibt es dann drei Alternativen: Eine richtig große Jacke kaufen oder vom Partner ausborgen und das Baby mit darunter packen oder ein Tragecover, das über das Baby gelegt wird. So wie dieses hier zB:

Tragecover1

Tragecover – flexible und kostengünstige Alternative zur Tragejacke

Tragecover haben gegenüber Tragejacken- abgesehen vom geringeren Preis – den Vorteil, dass sie von Mama und Papa gleichermaßen verwendet werden können – Größenunterschiede gibt es hier nicht.

Größere Traglinge können auch problemlos über der Jacke getragen werden – das ist vor allem dann bequemer, wenn ein kleiner Laufling immer wieder mal hinunter und wieder hinauf will. In dem Fall ist es natürlich wichtig, das Kind mit Wollwalk- oder Fleece-/Schianzug auszustatten. An sehr kalten Tagen kann ein Tragecover hier auch zusätzlich wärmen.

Eine weitere Alternative zu einer Tragejacke ist ein Zipp-Einsatz für eine normale Winterjacke, die Kumja-Jackenerweiterung.

Gerade bei Schnee und Eis ist natürlich auch das richtige Schuhwerk wichtig: Lammfell hält Babys Füße gut warm; gefütterte, feste Schuhe mit griffigen Sohlen sind für die Tragenden unverzichtbar.

Das Schönste beim Tragen im Winter ist, dass man sein Baby durch die eigene Körperwärme kuschelig warm halten kann – ein unschlagbarer Vorteil des Babytragens, mal ganz abgesehen von der höheren Flexibilität und Beweglichkeit, gerade bei größeren Schneemengen.

Könnt Ihr Euch auch so schwer für ein Design entscheiden? Jetzt, wo mein Baby und damit wieder ein Tragling hier ist, würde ich am liebsten jeden Tag ein neues Buzzidil haben. Die Idee hatten wir ja eigentlich schon ganz am Anfang – das Buzzidil Your Day.

Aber jetzt haben wir für alle, die ihr Buzzidil gern mal anders haben wollen, eine einfache und schnelle Nähanleitung für Zusatzkopfstützen. So kann man wirklich jeden Tag variieren und für Weihnachten, Halloween oder Opas 70er kann man sich überhaupt ein Special einfallen lassen. Pimp Your Buzzidil!

Halloween-Buzzidil2

Anlässlich des bevorstehenden Halloween-Abends habe ich die Nähmaschine surren lassen, und das ist dabei herausgekommen.

Hier ist es, unser erstes Selbermacher-Tutorial für Zusatzkopfstützen (und Ihr ratet schon richtig, einige Tutorials für kreatives und praktisches Buzzidil-Zubehör werden da noch kommen):

Tutorial 1 – Pimp Your Buzzi

26. August 2014

War das geplant?

Bald ist es soweit und unser 4. Söhnchen wird schlüpfen. Und ich bin nur froh, wenn es endlich soweit ist. Ich kann jetzt nach der 4. Schwangerschaft für mich mit Sicherheit sagen: Schwanger sein ist nicht lustig. Der ewige Eiertanz, nichts frühzeitig auszulösen, die Übelkeit, die jetzt am Ende schon wieder kommt, die Müdigkeit, Kreislaufprobleme, die Unbeweglichkeit – und jetzt am Schluss kann ich auch keinerlei körperliche Attraktivität meines Riesenbauches mehr feststellen.

Frage meines Jahres 2014: „War das geplant?“  (Schließlich weichen wir ja jetzt nicht mehr nur knapp sondern gewaltig vom gängigen Plan der hierzulande als Ideal empfundenen 2-Kind-Familien ab). Dicht gefolgt von: „Wird es jetzt wenigstens ein Mädchen?“

Nein.

Ich habe ja schon viel geplant in meinem Leben – angefangen bei der Berufswahl bis hin zu den Zeiten, wann ich meine Kinder bekommen werde (wohlgemerkt 2 Kinder, älterer Bub, jüngeres Mädchen). Als ich 8 war, war ich immer der Meinung, mit 12 wäre ich dann hinreichend erwachsen, um mir einen Hund nehmen zu können.

Nunja, wenn ich eines gelernt habe, dann dass es immer anders kommt. Vor einiger Zeit habe ich einen Brief erhalten, den ich mir selbst in der Maturaklasse geschrieben habe, ein Brief über meine Lebenspläne. Unser damaliger Religionslehrer hat die Briefe aufbewahrt und sie 20 Jahre später (ja, so alt bin ich schon) an seine Schüler versandt. Mein Gott, was war ich brav – und wie wunderbar hatte ich mich in alle für mich vorgesehenen Projekte eingepasst.

Fakt ist, dass nichts von dem, was ich in dem Brief geplant hatte, eingetroffen ist.

Also nein, eigentlich war ein viertes Kind ebenso wenig geplant wie die Tatsache, dass ich eine Bubenmama bin. Ich hätte es tatsächlich immer als Privileg betrachtet, sowohl Buben als auch Mädchen großziehen zu dürfen.

Die Hängematte: Best place to be in der Schwangerschaft

Die Hängematte: Best place to be in der Schwangerschaft

Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mir zu Beginn dieser Schwangerschaft auch immer wieder die Frage gestellt: Wozu eigentlich ein viertes Kind? Warum nochmal aufs Glatteis tanzen gehen? Warum all die Risken nochmal eingehen? Vor allem aber: Warum nochmal zurück an den Start? Jetzt, wo es mit den Älteren so langsam gemütlich wird und ich nicht mehr als 100%-Versorgungseinheit funktioniere.

Eine endgültige Antwort habe ich bis jetzt nicht gefunden. Doch letztlich kann man bei jedem Kind die Frage nach dem Warum stellen. Wozu bekommt man überhaupt Kinder?

Abgesehen davon, dass es wohl Teil unseres naturgegebenen Plans ist, dass wir uns reproduzieren, ist der Wunsch nach einem Kind immer zu Beginn egoistisch – etwas Kleines, etwas Weiches, so süß und ein Stück, das von einem fortleben wird, ein neues Abenteuer mit 1000 neuen Möglichkeiten… Das Ergebnis ist dann natürlich im besten Fall eher altruistisch, weil man schließlich weder beim 1. noch beim 2., 3. oder 4. Kind vorweg empfinden kann, wie groß die Liebe zu diesem neuen Wesen wird und wie sehr man bereit ist, alles zu tun, alles zu geben, damit es diesem neuen Menschen gut geht.

Und umgekehrt ist jedes unserer Kinder für uns von erheblichem Wert – für die Erkenntnis über unser eigenes Selbst, über das Sein. Von jedem meiner Kinder habe ich unermesslich viel über mich selbst gelernt, habe hinterfragt, habe neue Wege entdeckt, neue Zugänge gefunden – zu mir, zu „dem Leben“. Mein Großer hat mich als high need baby auf den Weg geschickt. Was begonnen hat als die Suche nach den Ursachen für sein Wesen, für sein Weinen ist schnell in eine Suche nach mir selbst übergegangen. Ich habe viel gelesen, zuerst für ihn, schließlich aber für mich. Ich denke, ich kann behaupten, dass er mich ein gewaltiges Stück weiter gebracht hat. Ich habe begonnen anders zu denken, ich habe begonnen nachzuspüren und ich habe vieles, was ich bis dahin als „es ist, wie es ist“ angesehen habe, mit anderen Augen zu sehen begonnen. Mein Mittlerer hat mir als sehr zufriedenes Baby viel Sicherheit gegeben. Dafür hat er mich als 4 bis 5-Jähriger vor ganz neue Fragen gestellt, als aus meinem easy Kleinkind plötzlich ein kleiner Revoluzzer wurde. Er hat meine angelernen Reaktionsmuster in Frage gestellt und hat mich erneut auf die Suche nach neuen Antworten geschickt. Mein Kleinster ist für mich die Liebe in Person – ich fühle mich ihm in einer Weise verbunden, die wieder ganz anders ist als die Verbundenheit mit seinen großen Brüdern. Ich bin meinen Kindern so unendlich dankbar für all das, was sie für mich tun.

Natürlich ist das Leben mit Kindern oft anstrengend, nervenzehrend, man eckt an, erntet böse Blicke, Kopfschütteln. Man wird von der Umgebung in Frage gestellt, wenn Kinder nicht funktionieren, wie es landläufig erwartet wird. An schlechten Tagen wird man auf Reaktionen zurückgeworfen, die man mit klarem Kopf eigentlich ablehnt. Unterm Strich aber bin ich davon überzeugt, dass Kinder, wenn man es zulässt und sich wirklich mit ihnen auseinandersetzt, eine Bereicherung für das eigene Sein sind, dass sie einen zu einem  kompletteren Menschen machen.

Also gibt es unterm Strich ebensowenig eine rationale Erklärung für das erste Kind wie für das vierte. Oder ebensosehr. Alle Argumente, die für ein Kind sprechen, sprechen auch für vier Kinder.

Inzwischen werde ich auch schon oft gefragt, ob wir noch ein 5. Kind wollen, weil es ja nun 4 Buben sein werden und wir doch auch gern ein Mädchen gehabt hätten.  Immerhin diese Frage, glaube ich endgültig beantworten zu können:

Ja! Wenn die Medizin schnell genug hinreichende Fortschritte macht, dass mein Mann die Mühseligkeiten einer Schwangerschaft übernehmen kann (wobei er gemeint hat, dass er das vermutlich auf Grund seiner besseren Kondition ohnehin lockerer wegstecken würde als ich), steht aus meiner Sicht einem 5. Kind gar nichts im Weg.