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Tandemtragen von Zwillingen mit Buzzidil und Wrapidil

Zwillingseltern kennen das Dilemma: Ein Baby zu tragen ist manchmal einfach nicht genug. Aber auch bei Geschwisterkindern mit kürzerem Altersabstand kommt es vor, dass plötzlich beide Zwerge getragen werden wollen.

Klar, da hört man es schon klingen… – „na, wenn Ihr die Kinder so verwöhnt“. Aber mal abgesehen davon, dass Babys durch Nähe nicht verwöhnt werden sondern nur einem ihrer natürlichen Bedürfnisse entsprochen wird, gibt es schlicht Situationen, in denen man tragend einfach besser voran kommt (der Winter naht, denken wir mal an Schneehaufen und Kinderwagen).

Mit Buzzidil Babytrage und Wrapidil WrapTai zwei Babys gleichzeitig tragenEine gute Möglichkeit ist, eine Komforttrage wie das Buzzidil, mit dicken gepolsterten Trägern und ein Tragetuch oder einen Wraptai wie das Wrapidil mit breit auffächerbaren, bequemen Trägern, die aber keine zusätzlich auftragende Polsterung haben, zu kombinieren. Wir haben das mit Zwillingsmama Claudia von http://www.bewegte-mama.at ausprobiert.

Einen guten Artikel zum Thema Tandemtragen findet Ihr auch hier: https://einerschreitimmer.com/zwillinge-tragen-trageberaterin-franzi-gibt-antworten-auf-die-sechs-haufigsten-fragen/

3. November 2017

Kuschelig im Winter tragen

Tragen im Winter ist Kuscheln pur. Durch Eure Körperwärme sorgt Ihr dafür, dass es Euer Baby richtig warm hat und Ihr bemerkt auch gleich, wenn Euer Kind friert oder schwitzt. Aber auch für Mama / Papa ist so ein kleiner Heiz-Zwerg vor dem Bauch eine besonders schöne Kuschelerfahrung, und schließlich kennen wir das ja – mit Kinderwagen im Schnee wird es schnell mal schwierig.

Babytragen im Winter mit Buzzidil Babycarrier

Wie aber rüstet Ihr Euch und Euer Baby am besten für die kalte Jahrezeit? Hier kommen unsere

Tipps für Euer Baby:

  1. Wie warm oder kalt es Euer Baby hat, könnt ihr gut überprüfen, wenn Ihr im Nacken Eueres Kindes kontrolliert. Kalte Händchen oder Füße allein sind kein hinreichendes Anzeichen. Im Nacken könnt Ihr aber gut fühlen, ob sich Euer Baby kuschelig warm anfühlt, zu kühl ist oder schwitzt. Jedes Kind hat – genauso wie auch wir Großen – ein sehr individuelles Kälte- und Wärmeempfinden, darum gibt es keine ganz allgemeingültige Regel, wieviele Schichten Euer Baby braucht.
  2. Schichten. Das Stichwort! Zieht Eurem Baby im Winter mehrere Schichten an, dann könnt Ihr gut darauf reagieren, wenn es zu warm wird.
  3. Mütze ist Pflicht, da viel Wärme über den Kopf verloren gehen kann! Am besten sind Schalmützen, da wird auch gleich der Hals des Babys warm gehalten (so etwa bei unseren Smurfys: https://shop.buzzidil.com/accessories/smurfies.html).
  4. Bedenkt auch, ob Ihr mit Eurem Kind nur draußen unterwegs sein werdet oder zwischendurch (zB beim Einkaufen) auch hinein geht. Denkt daran, dass Eure Kinder nicht in Geschäften schwitzen und nachher in der Kälte draußen deshalb umso mehr frieren. Bei häufigem Wechsel sind Tragecover sehr fein, die man schnell hinauf oder hinunter geben kann.
  5. Wollbodys halten besonders warm und wirken temperaturausgleichend.
  6. Fleece-Overalls sind sehr bequem, auch wenn Ihr Euer Baby zwischendurch draußen aus der Trage nehmen müsst. Wollwalk-Overalls sind noch einen Tick wärmer. Verzichtet auf klassische Schianzüge – sie werden beim Tragen zusammengedrückt. Dadurch fehlt die isolierenden Luftpolsterung, die sonst dafür sorgt, dass Kinder in Schianzügen gut warm gehalten werden. Das Baby friert somit im Schianzug.
  7. Handschuhe sind bei kleinen Babys oft keine Option, weil sie zu schnell hinunter rutschen – ein Overall mit umklappbarem Ärmel kann hier Abhilfe schaffen.
  8. Die Füße sind besonders heikel, weil sie bei größeren Babys gerne mal unter der Tragejacke hervorlugen. Wenn Euer Kind noch nicht läuft und daher keine Winterstiefel trägt, sind Lammfellstiefelchen die beste Wahl. Leider werden diese Schühchen beim Tragen gerne mal verloren. Hier hilft es, Babystulpen über Beinchen und Füße (Schuhe) zu ziehen. Das hält auch nochmal zusätzlich warm. Die in Overalls eingebauten Umklappmöglichkeiten an den Beinchen sollte man nur verwenden, solange das Kind im Overall richtig viel Platz hat.

Tipps für Euch: Tragen im Winter mit Tragejacke und Tragecover

  1. Das Baby unter die eigene Jacke packen, Tragecover, JacTragen im Winter: Winterzeit ist Tragezeit.kenerweiterung oder Tragejacke? Eigene Jacke (sofern groß genug), Tragecover (das ist eine Art Decke, die Ihr über Euer Baby in der Trage hängen könnt) oder Jackenerweiterung (das sind Einsätze, die auf die Jacke geklippt oder gezippt werden) sind die günstigere Variante. Eine Tragejacke bietet von Haus aus einen speziellen Einsatz zum Babytragen an, der zudem nicht nur vor dem Bauch sondern auch am Rücken verwendet werden kann. So ist Euer Baby mit Euch unter der Jacke.
  2. Ihr könnt ältere Babys (bitte keine ganz kleinen Babys) natürlich auch über Eurer Jacke tragen. Das ist vor allem bei kleinen Lauflingen, die immer wieder mal hinunter und dann wieder hinauf wollen und daher ohnehin schon für die Kälte mit Wollwalk- oder Fleeceanzug gut gerüstet sind, eine gute Alternative. Dafür eignen sich eher dünnere Thermo-Jacken gut, eine richtig fette Daunenjacke kann einen beim Baby-in-die-Trage-Setzen schon gehörig ins Schwitzen bringen.
  3. Denkt daran – nicht nur Ihr wärmt beim Tragen das Baby, auch das Baby wärmt Euch. Das solltet Ihr bei der Auswahl Eurer Kleidung berücksichtigen.
  4. Vergesst nicht auf einen Schal für Euch – gerade bei der Lösung das Baby unter der eigenen Jacke oder mit einem Cover oder einer Jackenerweiterung zu tragen, kann es sonst ganz schön kalt am Hals werden. Loop-Schals sind besonders praktisch, weil es keine hängenden Engen bit.
  5. Umklappbare Handschuhe (wie oben am Foto) sind eine feine Lösung für’s Babytragen. So habt Ihr Eure Finger frei, wenn Ihr sie braucht (wer hat schon mal versucht, einen Schnulli mit Handschuhen zu geben?), müsst aber nicht gleich den ganzen Handschuh ausziehen.
  6. Zieht Euch passendes Schuhwerk an. Wenn es richtig eisig ist (zum Beispiel im Schiurlaub), gibt es sogar Stiefel, die Spikes in der Sohle haben – diese Boots haben mir am Berg mit Baby schon oft das Leben erheblich leichter und sicherer gemacht.

In letzter Zeit lese ich immer wieder Kolumnen mehr oder weniger verzweifelter Journalistinnen: „Eltern gebt Euch nicht selbst auf“ (Caroline Rosales, Zeit) oder „Flucht aus dem Familienbett“ (Sabine Rennefanz, Berliner Zeitung) und zeitweise frage ich mich, worüber die Damen da schreiben.  Über das von ihnen in ihren Beiträgen kritisierte „Attachment Parenting“ wohl eher nicht.

Offenbar neigen Eltern – ganz besonders Mütter – schnell mal zur Selbstaufgabe. Zugegeben, ein Familienkonzept wie Attachment Parenting spielt dem wohl etwas in die Arme, verantwortlich ist es aber nicht für die Selbstaufgabe von Eltern. Auch die Strenge eines autoritären Erziehungskonzepts birgt genug Raum für opferorientierte Selbstaufgabe.

Tatsächlich hat es wenig bis gar nichts mit Attachment Parenting zu tun, wenn da Frau Rosales in der Berliner Zeitung schreibt: „Ich stand im Park, hatte eine fette Bronchitis, Fieber und schaute meinem Dreijährigen dabei zu, wie er mit einem Stock Löcher in die Eisschicht einer Pfütze bohrte….“, und das alles nur, um ihrem Kind den täglichen Gang an die frische Luft zu ermöglichen.

Wenn das Attachment Parenting sein soll, wurde leider etwas falsch verstanden. Und ich schreibe das hier jetzt nicht, um einer Journalistin ans Bein zu pinkeln, ich schreibe das, weil es ja vielleicht noch mehr Leute gibt, die das falsch verstehen.

Attachment Parenting hat bitte nichts mit Selbstaufgabe zu tun…

auch wenn ich weiß, dass es schon immer angenehm ist, einen Schuldigen für die eigenen Fehler zu finden, nur bringt das einen eben nicht weiter.

Worum es beim Attachment Parenting geht ist, dass man sich gerade nicht von gesellschaftlichen Zwängen oder „So macht man das“ leiten lässt sondern von den Bedürfnissen der Kinder – UND – den eigenen Bedürfnissen.

Die Rechnung ist einfach, und ich habe sie selbst ausgiebig durchgespielt:

Beispiel: Dein Baby fühlt sich allein in seinem SIDS-sicheren Gitterbett und weint wenn Du es (sagen wir jetzt mal) nachts hinein legst?

Variante 1: Ich finde aber, dass ich ja nicht verantworten kann, dass ich auf die Absicherungen gegen SIDS pfeife. Außerdem muss mein Kind allein einschlafen lernen. Ergebnis: Kind schläft nicht. Du schläfst nicht.

Variante 2: Ich finde aber, dass ich ja nicht verantworten kann, dass das Baby wo anders schläft, ja wegen SIDS eben und so. Ergebnis: Du trägst Dein Kind durch die Wohnung, damit es einschläft. Oder hüpfst auf einem Gymnastikball. Kind schläft – endlich. Du legst es ins Bettchen, sicher auf seinen Rücken. Und dann kommt es: 1. Du bist hellwach. 2. Wenn Du Glück hast, schläft Dein Kind, es wacht aber mit Sicherheit nach dem nächsten Schlafzyklus wieder auf und Du kannst das Procedere wiederholen. Wenn Du weniger Glück hast, wacht Dein Baby in dem Moment auf, in dem es das Bettchen berührt. Zurück an den Start.

Variante 3: Du informierst Dich und stellst fest, wenn Du nicht rauchst und nicht saufst, ist Dein Baby in Deinem Bett genauso sicher (es gibt sogar Meinungen, dass es sicherer ist). Du entscheidest, dass Du mit dem Nähebedürfnis Deines Kindes besser schläfst als dagegen an, packst Dein Bündel in Dein Bett und ihr schlaft.

Das ist Attachment Parenting. Nicht mehr und nicht weniger. Eine schlaue Weise, Alltagsthemen mit Kindern anzugehen.

Klar, ich hätte mein Baby auch weiterhin brüllend im Kinderwagen durch die Gegend schieben können. Das war mir aber zu stressig und daher habe ich es in eine Trage gegeben, und alles war gut. Oder seien wir ehrlich – schon mal besser.

Das heißt jetzt umgekehrt aber nicht zwangsläufig, dass Ihr ein Familienbett braucht oder tragen müsst. Habt Ihr eines der zugegeben eher seltenen Exemplare, die es lieben, im Kinderwagen durch die Welt kutschiert zu werden und/oder Platz brauchen in ihrem Bett (ich selbst war so ein Alleinschläfer-Kind, ich weiß noch, dass es mir bei meinen Eltern immer zu heiß und zu eng war), dann bitte, genießt es!

Attachment Parenting heißt, dass man sich von „man muss doch“, „man kann doch nicht“, „man sollte doch“ befreit und sich fragt, was braucht mein Kind, was brauche ich und wie bekommen wir das am besten vereinbart? Genau das war auch mein Gedankengang. Als ich mein weinendes Bündel im heißen Sommer 2006 aus dem besonnenschirmten Kinderwagen zum gemeinsamen Schwitzen in die Trage packte, habe ich noch einiges Kopfschütteln an der Bushaltestelle kassiert. Dass das, was ich da mit dem Tragen und dem gemeinsamen Schlafen mit meinem Baby  „Attachment Parenting“ heißen soll, wusste ich 2006 auch nicht. Ich wusste aber, dass es für mich und mein Kind funktioniert, und das hat gereicht.  (Über meine persönliche Geschichte könnt Ihr hier lesen: http://www.buzzidil.com/2016/11/17/die-wahrheit-ist/)

Attachment Parenting ist eine Suche, kein Programm und kein Dogma

Mit Attachment Parenting die Bedürfnisse von Zwillingskindern und -eltern in Einklang bringen. Für mehr Gelassenheit in der Erziehung.

Eltern-Sein ist eine Reise, eine dauernde Suche. Das ist manchmal mühsam und hie und da verrennt man sich auch. Es gibt weder einen allgemeingültigen Wegweiser noch eine Gebrauchsanleitung. Das erfordert ein großes Maß an Selbstreflexion, und oft erscheint es einfacher das zu machen, was alle machen oder was andere meinen, dass man machen sollte.

Wir suchen alle in zahlreichen Ratgebern nach Orientierung. So wie es die eigenen Eltern gemacht haben, wollen viele es nicht machen, anders kennen sie es nicht. Natürlich ist es dann verlockend, wenn man ein 7-Punkte-Programm geliefert bekommt, das, so man sich daran hält, alle Probleme löst. Nur leider hält sich die Natur, und Kinder sind Natur, nicht an 7-Punkte-Programme. Ganz schnell kann man mit diesem vorbestimmten Weg auch in der Sackgasse landen.

Oder man nimmt das Angebot, das die Lebensumstände mit Kindern an Eltern machen an und findet mehr über sich selbst und seine Kinder heraus. Das ist mühsam, erfordert viel Auseinandersetzung, hat aber letztlich zum Ziel, dass man mit seinen Kindern ein ganzes Stück wachsen kann.

Attachment Parenting ist nichts für Extremisten.

Insbesondere heißt es nicht,

  • dass ich 24 Monate lang stillen MUSS,
  • dass ich mein Kind auch mit 3 Jahren noch tragen MUSS,
  • dass ich eine schlechte Mutter bin, wenn mein Kind Brei mag,
  • dass ich erbitterter Impfgegner sein MUSS oder
  • dass nur eine Hausgeburt richtig ist.

Ursula Stark Urrestarazu hat einen spannenden Beitrag zur ideologischen Instrumentalisierung von AP geschrieben (Auf welcher Seite erziehst Du?, Zeit).

Attachment Parenting heißt im Grunde lediglich, Bedürfnisse – die des Kindes ebenso wie eigene – wahrzunehmen und darauf einzugehen. Nicht bedingungslos und mit Sicherheit nicht unter Selbstaufgabe. Schließlich ist das vorrangigste Bedürfnis von Babys und Kindern eine Beziehung zu ihren gesunden, glücklichen Eltern zu haben und nicht zu armen Wracks, die tun, was die Nachbarin sagt und für deren verkorkstes Seelenheil Kind dann auch noch die Verantwortung übernimmt.

Insofern soll das hier auch ein Plädoyer für etwas mehr Gelassenheit sein. Dieses verbissene Festhalten an Regeln und Punkten ist letztlich das Gegenteil von Bedürfnisorientierung, sind doch Bedürfnisse immer höchst individuell.

Und was ist mit Fremdbetreuung und AP?

Ich sehe tatsächlich auch keinen Widerspruch zwischen Attachment Parenting und Fremdbetreuung. Eltern, insbesondere Mütter, sind heute so allein mit ihren Kindern wie nie zu vor. Ein alter Spruch heißt: „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Wir haben dieses Dorf im alten Sinn heute nicht mehr. Was wir aber haben, ist ein Dorf mit guten Kindergarten-Pädagoginnen, Großeltern, Nachbarn, Babysittern – you name it! Ein Dorf, das wir uns selbst aufbauen können (und müssen).

Es liegt an uns, unsere Rahmenbedingungen für unsere Familienbeziehungen zu schaffen.  Dass das ganz einfach ist, hat niemand behauptet. Elternschaft ist ein Reifungsprozess, so wie die Kindheit und die Jugend. Und danach sind wir hoffentlich ein Stück weiser.

Textstellen:

Eltern, gebt Euch nicht selbst auf, Caroline Rosales, http://www.zeit.de/kultur/2017-08/erziehung-attachment-parenting-eltern-ueberforderung-10nach8/seite-2

Flucht aus dem Familienbett, Sabine Rennefanz, https://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/beduerfnisorientierte-erziehung-flucht-aus-dem-familienbett-28732902

Auf welcher Seite erziehst Du?, Ursula Stark Urrestarazu, http://www.zeit.de/kultur/2017-09/attachment-parenting-eltern-erziehung-debatte

Als Mama von vier recht großen und speckigen Babys fand ich Full Buckle Tragehilfen (also Tragen mit Schließen) mit gut gepolstertem Hüftgurt immer sehr bequem. Noch bequemer für das Baby sind sie natürlich, wenn sie mitwachsen und darum habe ich vor mittlerweile sieben Jahren die mitwachsenden Buzzidil Babytragen entwickelt.

Vergangenes Jahr kam dann der Trend zu Tragehilfen auf, die vom japanischen Onbuhimo inspiriert sind. Das sind Tragehilfen, die ein Rückenpaneel und Schulterträger, aber keinen Hüftgurt haben. Die Vorteile des Onbuhimo liegen auf der Hand – klein, handlich, schnell angelegt und nichts, das am Bauch einschränkt, weil kein dicker Hüftgurt. Viele werdende Mamas tragen gerne mit einem Onbuhimo, weil der Bauch vollkommen frei bleibt.

Gleichzeitig gibt es wegen des fehlenden Hüftgurts aber natürlich auch keine Ableitung von Gewicht von den Schultern auf die Hüfte. Für mich ein echter Knackpunkt.

Echt? Ein Onbuhimo?

Als Mama von vier recht großen und speckigen Babys (siehe oben 😉 ) war mir klar, dass ich mit einem Onbuhimo keine lange Wanderung durchhalten würde und deshalb gab es vorerst von Buzzidil erst mal keinen Onbuhimo.

Im vergangenen Jahr habe ich immer wieder nachgedacht, getüftelt und ausprobiert. Ein Prototyp hatte zum Beispiel einen Tunnel (wie unser Wrapidil) und einen Hüftgurt zum Hinausziehen. Nice. Aber wer trägt schon alltäglich so einen Hüftgurt mit sich in der Handtasche oder im Rucksack rum, und letztlich kennen wir ja die Situation: Wir glauben, wir brauchen nur mal eine schnelle Zwischendurch-Trage, dann wird der kleine Laufling müde und wir schleppen ihn ein, zwei Stunden herum.

Meine Idee war, dass man in so einer Situation einen Onbuhimo schnell umbauen können sollte – nämlich so, dass eine Gewichtsableitung von der Schulter auf die Hüfte doch funktioniert. Also weiter tüfteln an einer Umbauvariante, die so klein ist, dass man sie immer dabei haben kann.

Mit einer Schließe vom Onbuhimo zum FullBuckle

Das Geheimnis unseres Hybrids nennen wir liebevoll „den Ignatz“ (und haben es natürlich auch patentrechtlich zum Schutz angemeldet ;-)).

Der Ignatz ist eine kleine Schließe, die gemeinsam mit Gegenstücken am unteren Teil des Rückenpaneels einen  Hüftgurt bildet. Die Schulterträger werden dann an zusätzlichen Schließen am Rückenpaneel angebracht und schon hat man einen schnellen und erstaunlich bequemen FullBuckle, der ganz ohne gepolsterten Hüftgurt auskommt.

BuzziBu als Fullbuckle am Rücken

Für alle, die es gerne etwas bequemer haben wollen, gibt es natürlich eine Polsterung zum dazukaufen – aber auch ohne diese Polsterung hat es sich mit meinem 19 kg-Tragling beim Testen sehr bequem getragen. Wie alle Schulterträger-Schließen bei Buzzidil-Tragehilfen, handelt es sich auch hier um 3-Punkt-Sicherheitsschließen. Damit wollen wir vermeiden, dass kleine Traglinge diese Schließen manipulieren können.

Und was bedeutet nun BuzziBu? „Buzzi“ – das liegt auf der Hand – ist die Referenz zu unserer Marke und „bu“ steht für Buckle (zumal Ignatz halt nicht unbedingt ein sehr internationaler Name ist) – für die Schließe, mit der wir aus dem Onbuhimo einen FullBuckle zaubern.

Das BuzziBu wächst – wie alle Buzzidil Babytragen – mit dem Baby mit, und zwar von 6 – 36 Monaten. Viel Spaß beim Babytragen!

BuzziBu als Onbuhimo getragen

 

 

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As a mom of four really big baby boys I do appreciate babycarriers with well padded hipbelts.  The flexibility you gain by means of babywearing and the closeness your baby can enjoy whilst babywearing is a wonderful win-win-situation. And it’s even better when a babycarrier is really comfy and even more better when it can also be adapted to baby’s growth. This was why I invented the Buzzidil babycarriers steplessly growing with a baby seven years ago.

Last year I saw the trend to babycarriers inspired by the Japanese Onbuhimo. These carriers have a backpanel and mostly well padded shoulderbelts but no hipbelt. The advantages are obvious – small package, easy to use, no belt around the caregiver’s belly which is preferred by many women during pregnancy. However, the missing hipbelt leads to the result that baby’s weight is hanging on caregiver’s shoulders. There is no weight distribution to the hip possible.

An Onbuhimo? Really?

So, as I mentioned my babys were really big. My smallest one was weighing 12 kg (26.5 lb) with 9 months (nearly purely breastfed), 16 kg (35.3 lb) with one year and 18 kg (39.7 lb) with two years. This is really heavy. And I do know that I could wear him in a good Onbuhimo carrier maybe for half an hour but then I am done.

You know these situations – you think your little one is running anyway and you just need some wearing opportunity as backup, just in case… and then you end up with a grumpy, tired toddler you wear for one or two hours on your back. So, my idea was that in such situations an Onbuhimo would be great as it is a small package. However, there should be some solution that you can make sort of a fullbuckle carrier out of it just in case you turn out to wear your toddler longer than expected.

I tried prototypes with a hipbelt that can be removed (quite like with our Bei Dai carrier Wrapidil). A nice solution. But honestly – who is taking a hipbelt along with so many baby stuff you have to carry anyway?

Bu, the Buckle

So I decided, the solution has to be so small that you can have it with you all the time – right in your carrier. And there came the buckle we internally call „the Ignatz“ (which is a very old German name): This buckle can be attached to the buckles placed at the lower corners of the backpanel and builds a hipbelt together with them. At the same time you connect the shoulder belts to buckles on the back panel and there you go with your fullbuckle carrier.

By choosing this alternative the weight of your baby is distributed to your hip and carrying a heavier child for a longer time is no problem any more. The buckle is always available in a small pocket in the carrier and so it is right there when you need it.

Of course all these buckles are 3-point security buckles (like in our Buzzidil babycarriers) in order to avoid the risk of manipulation by our toddlers. For those who want an additional padding – this is of course available as an accessory.

And what does Buzzibu now stand for? Well „Buzzi“ obviously refers to our brand name and „bu“ stands for the magic little buckle („Ignatz“ is nice but, well, not too international and difficult to spell in some languages 😉 ).

Buzzibu hybrid carriers can be used as Onbuhimo on the back, as fullbuckle on the back an das fullbuckle in the front. They grow steplessly with babies from 6 – 36 months. We hope you enjoy babywearing!

Babytragen im Sommer ist zwar einigermaßen warm, bietet aber drei wichtige Vorteile.

3 Gründe, warum du dein Baby im Sommer trotz Hitze tragen solltest:

  • Babys haben oft noch Probleme mit ihrer Wärmeregulation. Wenn Eltern, die ihr Baby tragen schwitzen, kühlen sie damit auch ihr Baby mit.
  • Mit dem Baby in der Trage kommt man überall hin – an den See, in die Berge, flexibel durch die Stadt. Volle Flexibilität und Freiheit bei Ausflügen ebenso wie bei Städtetouren und natürlich auch im Alltag
  • In Kinderwagen bilden sich immer wieder Hitzestaus: Das Verdeck wird geschlossen, um Schatten zu schaffen und oft wird dann noch ein Tuch darüber gebreitet. Gut gemeint, aber ein Kinderwagen, der so in der Sonne steht, überhitzt sich schnell. Wenn Ihr Euer Baby tragt, fühlt Ihr, was Euer Baby fühlt – wird die Hitze zu groß, könnt Ihr einfach die „Flucht“ ergreifen in den nächsten tiefen Schatten.

So bleibt ihr beim Babytragen im Sommer cool

  1. Sonne möglichst meiden – am besten im Schatten bleiben.
  2. Die „Burntime“ zwischen 11:00 und 15.00 wenn möglich im Haus verbringen.
  3. Wenn Ihr mit Eurem Baby unterwegs seid: Sonnenhut nicht vergessen!
  4. Sonnenschutz am besten durch Kleidung – dicht gewebte, helle Stoffe bieten einen höheren UV-Schutz. Sonnencremen sind für kleine Babys unter 6 Monaten nicht gut geeignet. Ein Sonnenschirm mit UV-Schutz (kein Regenschirm!) kann auch ein guter Schattenspender sein.
  5. Babys Beinchen lassen sich entweder gut durch lange, luftige Hosen vor Sonne schützen. Alternativ könnt Ihr aber auch UV-Schutzdecken aus dicht gewebter Baumwolle um den Bereich der Beinchen legen und zwischen Eurem und Babys Bauch festklemmen. Achtung: Molton-Windeln oder -Tücher sind extrem locker gewebt und bieten keinen besonderen UV-Schutz.
  6. Kleidung sollte aus Naturfasern, zB Baumwolle sein.
  7. Tragehilfen aus Baumwolle oder auch Leinen bieten eine gute Atumungsaktivität. Das Rückenpaneel der Tragehilfe sollte nicht mit Schaumstoffen durchfüttert sein.
  8. Tragehilfen wie Full Buckles (Schnallentragen) oder Onbuhimos sind seitlich luftiger; beim Tragetuch sollte eine einlagige Bindeweise (zB Känguru oder einfacher Rucksack) gewählt werden.
  9. Stillkinder regulieren ihren erhöhten Flüssigkeitsbedarf selbst, indem sie öfter gestillt werden wollen (das sollte auch unbedingt getan werden). Für Babies und Kleinkinder, die nicht mehr stillen immer eine Wasserflasche dabei haben.
  10. Babys Temperatur lässt sich am besten in seinem Nacken kontrollieren – die Temperatur von Händchen und Beinchen ist nicht unbedingt aufschlussreich.

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Ein paar Wahrheiten zum Thema Babyschlaf

„Mein Baby hat heute durchgeschlafen!“, postet Tanja. „Mia ist heute Abend ganz allein eingeschlafen“, schreibt ein paar Wochen später Andrea. Alle anderen Babys beginnen durchzuschlafen, nur Deins nicht? Du bist nicht allein. Ein paar Facts zum Babyschlaf:

Bei meinem Großen hatte ich als er acht Monate alt war den Eindruck, ich würde nie, nie, nie… NIE mehr durchschlafen können. Alle zwei Stunden war er wach und wollte stillen. Und ich war geschafft. Restlos. Überhaupt konnte ich mir Gitterbettchen und auch Andock-Bett abschminken; allein einschlafen – ein absurder Gedanke, den ich nicht einmal hatte. Schlafen wollte mein Baby nur in unseren Armen oder auf Papas Bauch – immer in Körperkontakt. Der Papa, ein Oberkuschler, war glücklich – ich als autonome Schläferin (also anders gesagt ein klarer Nicht-Kuschelschläfer) weniger, aber andererseits: Wenn mein Baby angekuschelt schläft, ist das besser als es schläft nicht oder?

Babyschlaf-Learning #1: Ich lebe – oder eigentlich schlafe – besser, wenn ich den Bedürfnissen meines Babys folge (und nein, Babys werden durch Körperkontakt nicht verwöhnt sondern gestärkt).

Als mein Großer dann 10 Monate alt war, hörte ich von allen Seiten: „Na, wenn Du ihn immer stillst wird er nie schlafen. Gib ihm ein Flascherl, das macht ihn satt und er schläft durch.“ An sich hatte ich ja gedacht, dass ihn schon der Abendbrei satt machen würde (der hatte aber keinen Durchschlaf-Effekt gebracht). Aber ich bin ja lernwillig (und soooo blöd). Also haben wir als er 10 Monate alt war, nachts auf Flascherl umgestellt. Und nein, nicht auf EIN Flascherl – in der Praxis waren es dann drei. Mindestens.

Schlau wie wir waren, hatten wir alles vorbereitet, um nachts nicht Wasser abkochen und auskühlen lassen zu müssen – drei mit Milchpulver vorbereitete Fläschen und drei unterschiedlich temperierte Thermosflaschen mit Wasser warteten jeden Abend am Nachttisch. Die Idee war, dass wir nur mehr zusammenschütten müssen und Söhnchen dann trinken kann, ohne dass wir völlig wach werden müssen. In der Praxis hab ich jede zweite Nacht meinen Polster unter Wasser gesetzt, weil ich schlaftrunken daneben gegossen habe. Der aufmerksame Leser hat den Fehler im System schon entdeckt… Flascherl machen ist um nichts schneller oder einfacher als stillen. Einziger Vorteil für mich: Ich konnte die Nächte mit meinem Mann teilen.

Babyschlaf-Learning #2: Es ist absoluter Blödsinn, dass Babys nachts mit Flascherl eher durchschlafen als Stillkinder.

Die Verzweiflung ist groß, wenn Baby nicht schläft wie erwartet. Nach endloser Lektüre mehr und weniger bis hin zu gar nicht empfehlenswerter Literatur habe ich beschlossen, dass es ist, wie es ist. Die wenigsten Babys schlafen durch. Und wenn Babys durchschlafen ist das weder Verdienst noch Leistung der Eltern, es gibt auch keinen Trick und kein Patentrezept.

„Wenn das Baby allein einschlafen kann, wird es auch durchschlafen“ – ein toller Tipp, der bloß an zwei Parametern scheitert: 1. Keines meiner Kinder wollte jemals bevor es 5 Jahre alt war, allein einschlafen. 2. Auch wenn meine Kinder allein eingeschlafen sind, war das kein Garant für Durchschlafen.

Nach vier Kindern hatte ich alles dabei – einen jahrelangen „Nicht-so-toll-Schläfer“, einen gemütlichen Schläfer (zwar auch kein Durchschläfer von Anfang an, aber immerhin mit 14 Monaten war es soweit; dafür war das Einschlafen immer sehr zäh), ein Schlafbaby (auch kein Von-Anfang-an-Durchschlafbaby, aber eins, das immerhin gern etwas länger morgens schlief und immer schnell und unkompliziert einschlief) und ein Auf-Mamas-Bauch-Schlafbaby (Zehenwackeln inklusive, um den gewissen „Vibe“ zu erzeugen).

Jedes meiner Kinder hat begonnen durchzuschlafen – der eine früher, der andere später. Eigentlich ist es wie robben, krabbeln, gehen lernen. Es ist ein Entwicklungsschritt, ein Reifungsprozess. Natürlich können wir dem Irrtum aufsitzen, wir könnten diesen Reifungsprozess beschleunigen, aber tatsächlich können wir das nicht.

Wer sein Kind einem Schlafprogramm aussetzt, führt damit weder eine schnellere Reifung noch ein „Einsehen“ beim Baby herbei. Vielmehr werden mit Schlafprogrammen andere Reaktionsmechanismen aktiviert. Wenn ein Baby nach erschöpfendem Weinen schließlich alleingelassen einschläft, ist das keine Reifung sondern Entkräftung und Resignation. Und schließlich bleiben dann noch all die Fragen, die das Verhalten der Eltern doch eigentlich in einem Kind auslösen müssen: Haben meine Eltern mich verlassen? Haben sie mich nicht mehr lieb? Bin ich allein? Bin ich in Gefahr, aber keiner kommt? Bin ich nicht liebenswert? Natürlich stellt das Baby diese Fragen nicht, aber ich bin davon überzeugt, es fühlt sie. Genauso wie wir als Eltern doch den nahezu unbezwingbaren Drang fühlen, unser weinendes Baby aus seinem Bettchen zu nehmen und an uns zu drücken. Wieso sollte ein Programm richtig sein, das so unseren Gefühlen zuwider läuft, das so tief in die Beziehung zwischen uns und unseren Kindern eingreift?

Die Hirnforschung ist zum Ergebnis gekommen, dass Menschen durch positive Anreize lernen – bloß – wo ist hier der positive Anreiz? Tatsächlich gibt es Meinungen, dass exzessive Schlafprogramme, die ein kontrolliertes „Schreien-Lassen“ propagieren, dazu führen, dass lediglich uralte Reaktionsmuster aktiviert werden: Ich bin allein, ich kann mich nicht verteidigen bei Gefahr, ich bin schutzlos. Also stelle ich mich tot (siehe zB http://kinder-verstehen.de/schlaf/artikel/Schlaf_gut_Baby_Seite_82_bis_85.pdf) Ist das wirklich etwas, das wir für unser Kind wollen?

Babyschlaf-Learning #3: Durchschlafen ist genauso wie allein Einschlafen ein Reifungsprozess. Dieser Reifungsprozess läuft von Kind zu Kind individuell ab und lässt sich nicht beschleunigen. Schlafprogramme tragen nicht zur Reifung bei sondern setzen andere Mechanismen in Gang, die nur scheinbar zu demselben Ergebnis führen.

Jedes Kind schläft anders und manchmal, aber auch nur manchmal haben Eltern Glück und erwischen eins dieser außergewöhnlichen Durchschlafbabys. Spätestens beim zweiten Baby stellt man fest: Temperament und Persönlichkeit unserer kleinen Menschen sind stark vorgegeben. Wir können also weniger richtig oder falsch machen als wir vielleicht beim ersten Kind noch gedacht hatten. Natürlich beeinflussen wir durch unser Verhalten und unseren Umgang mit unseren Kindern ihr Wertesystem. Die Persönlichkeit eines Menschen ist aber weitgehend vorbestimmt.

Babyschlaf-Learning #4: Du bekommst ein fertiges Paket. Lerne es kennen, entdecke seine Persönlichkeit und nimm es wie es ist.

Rumprobieren und im worst case „Schlafprogramme durchziehen“ macht keinen Sinn – im schlimmsten Fall verpasst Du Deinem Kind nur ein nachhaltiges Problem, wenn Du Dich in absurden Programmen verfängst anstatt schlicht auf Dein Kind und seine Ur-Bedürnisse (genau darum handelt es sich nämlich beim nächtlichen Aufwachen) zu hören.

Ich weiß, Ihr seid müde. Aber hier kommt die gute Nachricht: Irgendwann kommt er, der Moment, wo sich der Schlafrhythmus Deines Babys umstellt und elternfreundlicher wird. Lass Deinem Baby Zeit. Du wirst wieder durchschlafen. Versprochen. Je entspannter Du Babys Schlafrhythmus (der übrigens mit kürzeren Durchschlafphasen völlig normal ist) hinnimmst, umso besser wird es.

Kostbarer Babyschlaf

Einer der schönsten Momente: In Babys friedlich schlafendes Gesicht sehen.

Hier noch ein paar Buchtipps zum Thema Babyschlaf:

  • William Sears, Schlafen und Wachen
  • Remo Largo, Babyjahre
  • Carlos Gonzáles, In Liebe Wachsen

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Oder: „Na, Du bist aber verwöhnt!“ Sätze wie diesen bekommen Eltern, die ihr Kleinkind tragen, immer wieder zu hören. Ist es wahr? Verhätscheln wir unsere Kinder, wenn wir sie auch mit zwei Jahren noch immer tragen? Werden sie gehfaul und wollen dann immer getragen werden? Schränken wir gar ihre Entfaltung ein?

Mein Kleinster ist jetzt zweieinhalb und er geht fast immer allein zum Kindergarten. Geht… was sag ich… er rennt! Wirklich, er rennt; meist hat er ein Steckenpferd oder seinen Steckendrachen oder sein Nachziehkrokodil dabei und dann geht’s dahin.

 

Dennoch: Ja wir tragen noch immer. Oft frage ich mich wie Eltern, die Sätze wie den oben sagen, mit ihren Kleinkindern auf längere Ausflüge, Städtereisen oder Wanderungen gehen (oder gegangen sind). Viele Orte sind für Kinderwägen unzugänglich und oft finde ich das Mitschleppen eines Kinderwagens auf Wanderungen wesentlich zäher als meinen Kleinen mal für eine halbe Stunde zwischendurch zu tragen und sonst frei zu sein.

Kleinkind tragen: Wie lange kann und soll getragen werden?

Kleinkind tragen: Das Abenteuer kann weitergehen (auch wenn die Füße nicht mehr können)

Kleinkind tragen: Wenn die Beine nicht mehr können

Und genau darum geht es ja: Ich kenne fast niemanden, der sein zweijähriges Kleinkind durchgehend trägt. Meist sind die Kleinen ja mit Begeisterung selbst unterwegs und am Entdecken. Zugegeben, nicht immer in die „richtige“ Richtung, aber doch. Gerade bei längeren Ausflügen kommt er aber immer. Der Moment, wo das Kind nicht mehr will oder nicht mehr kann. Kleinkinder sind zwischen 30 und 90 Minuten (je nach Alter, Temperament und Spannung) meist gut zu Fuß unterwegs. Danach ist dann erst mal Sense.

Auch eine Pause hilft da oft wenig, denn gerade Pausen werden von unseren Kindern ja selten genutzt, um sich hinzusetzen und auszuruhen sondern dann geht es nochmal in eine Entdeckungsrunde. Und wenn man dann weitergehen will, ist der Missmut groß.

Vorteile Kleinkind tragen

Dann hat man die Wahl: Entweder Kind in den lang mitgeschliffenen Kinderwagen platzieren und Kind und Kinderwagen womöglich noch bergauf schieben oder Kind nachschleifen (keine echte  Option) oder – smart – Trage auspacken, Kind rein und ausruhen lassen. Oft ist schon nach einer kleinen Pause oder einem kurzen Nickerchen die Welt wieder frisch und spannend und kleine Entdecker wieder gut zu Fuß unterwegs.

Wie lange Kinder tragen? Werden sie verwöhnt?

Werden Tragekinder nie gehen, faul oder verwöhnt? Nein, nein … und nein. Das kann ich nach vier Tragekindern inzwischen mit Sicherheit sagen. Die Bewegungsfreude und den Entdeckungsdrang von Kindern schränkt man dadurch, dass man ihrem Bedürfnis nachkommt, sich zwischendurch mal bei Mama oder Papa auszuruhen, nicht ein.

 

 

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17. November 2016

Die Wahrheit ist…

Attachment Parenting ist kein Programm sondern eine Suche.

… dass ich als mein erster Sohn im April 2006 zur Welt kam, keine Ahnung hatte, dass Babys getragen werden wollen. Ich hatte die letzten acht Schwangerschafts-Wochen mit Liegen und Lümmeln verbracht, nachdem sich mein Zwerg schon fast entschieden hatte, zu kommen. Jede Menge Zeit zu lesen und zu planen.

Ich las: “Im Durchschnitt schlafen Neugeborene  zwischen 16 und 20 Stunden.”Also plante ich: Was soll ich nur mit so viel Zeit anfangen…

Und dann kam alles anders.

Mein Baby war weit entfernt von 16 – 20 Stunden Schlaf. Mein Baby wachte Tag und Nacht mindestens alle zwei Stunden auf (über 18 Monate hinweg) und wenn es als Neugeborenes 12 – 14 Stunden geschlafen hat, war das schon gut. 12 – 14 Stunden, in denen es auch alle 2 Stunden aufgewacht ist. Den Rest der Zeit wollte mein Baby natürlich nicht in einem Kinderwagen lustig durch die Welt kutschiert werden und es wollte mit Entschiedenheit nicht in ein Bettchen oder auf eine Krabbeldecke gelegt werden. Mein Baby wollte bei mir oder meinem Mann sein. 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche. Und selbst da war stundenlanges, untröstliches Weinen keine Seltenheit. Kurz: Ich hatte ein “high need baby” (den deutschsprachigen Ausdruck kann ich übrigens nicht leiden – Schreibaby klingt in meinen Ohren als würde das Baby mich anschreien, als wäre das eine Form der Aggression).

Also habe ich wieder gelesen, gesucht. Verzweifelt. Nach 6 Wochen war das Tief perfekt, da wollte ich nicht mal mehr rausgehen. Abends habe ich meinen Mann angerufen, dass er doch bitte schnell nach Hause kommen soll, weil ich nicht mehr kann. “Exhausted” sagt man auf Englisch und ich finde das trifft es perfekt. Erschöpft, ratlos, vom allerorts prall leuchtenden Mutterglück keine Spur.

Im Rückblick sage ich über diese Zeit, dass ich einen kleinen, überaus beharrlichen Lehrmeister hatte. Ein Baby, das mich deutlichst über seine Bedürfnisse aufgeklärt hat. Ein Baby, das mir gelernt hat, dass es ein Tragling ist, dass es nicht allein gelassen werden darf, dass es sich so viel besser in der Umarmung der Eltern schläft als im Beistellbett. Ich selbst war nie so das Kuschelkind. Für mich war das also alles Neuland. Aber letztlich stellte ich fest:

Ich lebe mit den Bedürfnissen meines Babys besser als dagegen an.

Das Tragen meines Babys war ein echter Lebensretter. (Und btw: eine gute Mami-Gruppe zum Austausch ist in so einer Situation auch Gold wert!)

Attachment Parenting ist kein Programm sondern eine Suche.

Endlich hatte ich ein “Wundermittel”, um mit dem Weinen zurecht zu kommen. Mein Baby fand so nach und nach zur Ruhe. Nicht sofort, aber kontinuierlich. Und ich hatte eine wunderbare Freiheit wiedergewonnen. Freie Hände, sich bewegen ohne ein schlechtes Gewissen wegen des im Kinderwagen weinenden Kindes. Durchatmen. Aufatmen.

Meine allererste Tragehilfe (ihr seht sie auf dem Foto oben ganz links) war weit entfernt von dem, was man inzwischen als empfehlenswert oder ergonomisch bezeichnet (2006 war das Angebot noch sehr beschränkt). Aber eines war sie: Ein Anker und ein Anfang und ein Ort von Liebe und Geborgenheit.

Nach 12 Wochen war alles viel viel besser, langsam stellte sich das Mutterglück ein und ich hatte endlich das Gefühl, mit meinem Baby in Kontakt zu stehen, zu wissen was es will.

Meine Verbundenheit zum Tragen ist kein Modetrend, kein “Macht-man-so”. Da ist die tiefe Überzeugung, dass ich damit ein wesentliches Mosaik-Steinchen habe, um Bindung aufzubauen, mein Kind zu stärken, Beziehung herzustellen und Nähe zu schaffen, wo es nicht genug Nähe geben kann. Zu jeder Tageszeit, an jedem Ort. Und gleichzeitig ist Tragen für mich pure Freiheit. Kein Weg ist zu steinig, kein Berg zu hoch, keine Schlange vor den U-Bahnaufzügen, kein Hindernis durch Treppen oder enge Passagen.

Tragen ist… Geborgenheit für Babys. Und Freiheit für Eltern.

4. August 2016

Über die Grenzen

Grenzen setzen gehört zum Eltern-Sein scheinbar dazu: “Man muss Kindern Grenzen setzen.” “Er muss Grenzen lernen.” “Diese Kinder kennen keine Grenzen.”

Sätze, die wir alle schon mal gehört haben. Als Kinder. Als Eltern von Kindern. Aber wie ist das denn eigentlich mit den Grenzen? Ist das etwas Absolutes? Wohl eher nicht. Und um welche Grenzen geht es denn da? Meine? Die, die ich meinen Kindern – mehr oder weniger beliebig – setze (zum Zweck von…)? Um die der Nachbarn oder der grantigen Frau im Bus? Wie kann Grenzen setzen denn ausschauen?

Grenzen setzen: Zitat von Jesper Juul

Mit vier Kindern haben sich meine Grenzen immer wieder ziemlich verschoben. Aber eines habe ich gelernt, und zwar mich immer wieder erneut zu fragen, wo denn MEINE persönlichen Grenzen verlaufen. Denn darum geht es eigentlich beim Grenzen setzen. Es geht nicht darum, dem Kind Grenzen zu setzen, sozusagen als Selbstzweck, damit das Kind auch mal was lernt. Es geht darum, sich zu fragen, wo denn eigentlich die eigenen persönlichen Grenzen verlaufen. Einer Freundin von mir ist es zB wichtig, dass die Kinder nur in ihren Zimmern spielen und nicht im Wohnzimmer. Sie hat diese Grenze und setzt sie auch durch. Mir ist es so ziemlich egal wo die Kinder spielen, solange ich abends keinen Eiertanz über Legosteine aufführen muss.

Elternschaft ist eine Reise in das eigene Ich

Wir lernen uns nie so gut kennen wie als Eltern. Unsere Kinder halten uns nicht nur täglich einen Spiegel vor, sie fordern uns auch auf herauszufinden, wer wir denn sind. Das ist ein Geschenk, das uns unsere Kinder machen. Eine Aufforderung. Eine Herausforderung. Wenn wir sie denn annehmen.

Reality-Check in schwierigen Situationen

Ein guter Reality-Check ist, immer mal in schwierigen Situationen, in denen man fast schon automatisch re-agiert, mal kurz Luft zu holen, einen kleinen Schritt zurück zu tun und sich zu fragen: Ok, was ist MIR jetzt denn wirklich wichtig? Was will ich? Bauchgefühl ist ja eine schöne Sache, aber oft verwechseln wir Bauchgefühl mit dem was wir von unseren Eltern gelernt haben und dann hören wir uns Sätze sagen, die wir schon als Kind nicht mehr hören konnten und wir tun Dinge, die wir schon als Kind bei unseren Eltern “doof” gefunden haben.

Grenzen, Werte und Wichtigkeiten

Grenzen sind eine höchst persönliche Angelegenheit und wir sollten sie nicht setzen, weil jemand im Bus sonst den Kopf über uns schüttelt oder weil die Oma meint, dass wir sonst schlechte Eltern sind. Grenzen erfordern etwas Nachdenken über Werte und Wichtigkeiten. Und wenn man das getan hat, dann ist es auch gleich leichter, diese eigenen Grenzen durchzusetzen. Weil man dann wirklich dahinter steht, und das spüren auch die Kinder.

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